Herman Düne - Giant




Nein, Herman Düne ist kein Solokünstler, sondern ein schwedisches Indiepopkollektiv. Herz, was willst du mehr? Schweden, Indie, Pop und Kollektiv!
Das Herzstück bildet das Gebrüderpaar David-Ivar und André Herman Düne, die jeweils eine Hälfte der Songs auf „Giant“ komponiert haben. Durch den Wechsel zu Emi/Source konnten ihre Ideen betreffs des Arrangements und der Produktion zum ersten Mal umgesetzt werden, so dass auf ihrem mittlerweile achten Werk ein neues Percussion Line-Up, Bläser und die Girlgroup „The Woo Woos“ zu hören sind und der bekannte Lo-Fi-Folk um einige schöne Nuancen erweitert wird.
In manchen Ländern war „Giant“ bereits im November erhältlich, in anderen (so auch hier bei uns) muss man sich noch bis Februar gedulden.

Zum Weiterlesen:
Pressinformation und ein Artikel in Die Zeit

Zum Weiterhören und -sehen:
„I Wish That I Could See You Soon“ (Video; MP3)

Kommentare:

oliver r. hat gesagt…

In Frankreich war die Scheibe schon Nov. 2006 zu haben, ätschi bätschi!

Welcome back. Frohes neues Jahr an alle!

Eike hat gesagt…

ja, war auch in meinen top ten 2006 vertreten.
8 punkte
wie immer man auch diese band schreibt, ob mit ü oder u, es bleibt eine eigenwillige formation, die sich dermaßen unangepaßt geriert, dass es einem schwindlich werden kann. alles dreht sich, alles bewegt sich und dabei wird munter der pinsel geschwungen, das umliegende eingefärbt, es ist eine freude.
so entzieht sie sich letztlich einer verortung, die genau mit dem finger auf andere (künstler) oder anderes (genre) zeigt. so darf sie sich frei bewegen, ohne dass jemand mahnte, nicht vom rechten weg abzukommen. im gegenteil wird es allerorten für gutgeheißen, dass der wandel derart offen und unverbrämt betrieben wird. dass er als wirklich einziger bestandteil fest installiert ist. nachdem "not on top" 2005 schon aufsehen erregte, natürlich nur unter den wissenden, denn massenkompatibilität muss man dieser musik absprechen, wird "giant" ebenso gefeiert werden dürfen. denn spiel- und experimentierfreude sind wieder hoch, die melodien seidenweich, der gesang federn gleich nur schwerlich zu bewegen, der erdanziehung zu gehorchen. eine schönheit ist dieses album allerdings ähnlich jener frauen, denen man eine gewisse herbheit nicht absprechen kann. sie haben einen makel. ihnen haftet etwas unreines, vielleicht auch unerklärliches an, das sie vom ideal trennt. der blick, der stand der wangenknochen oder andere ungereimtheiten in der physiognomie, etwas, das auf den ersten blick nicht erkannt wird, aber irrtiert. und magisch anzieht.

1) i wish that i could see you soon: wunderbarer auftakt, mit schellen, trompeten, chor und mitsingfunktion, ****1/2
2) nickel chrome: hat einen liturgischen charakter mit eindringlicher rhythmik: drums und bongos, textzeilen in schlaufe, bewegend, ****1/2
3) 1-2-3/apple-tree: munterer, erfrischender als alle anderen lieder, dennoch nicht frei von wehmut, die in dieser stimme fest verankert ist, ****1/2
4) bristol: herrlich, hier paßt alles, instrumentierung, dramatik, gesang, *****
5) pure hearts: trefflicher übergang, weniger akzentuiert, schönes duett, ****
6) no master: genreuntreu, südsee rauscht, ***1/2
7) take him back to new york city: herrlich eingängiger zauber, der von der titelzeile zehrt, im chorgesang redundant zirkelt; ****1/2
8) baby bigger: zwischenstück, ***1/2
9) this summer: wieder eine kleine, vom trompeter begleitete hymne, mit etwas karibikflair schunkelt sich das stück nachdrücklich in die gehörgänge, ****1/2
10) your name/my game: westernfeeling, eindringlicher wird nur selten bei den herman dünes gesungen; ****
11) by the light of the moon: verschmitzt ****
12) when the water gets cold & freezes on the lake: hippiesk, das unterste zu oberst, dem kleinen geltung verschaffend, maultrommel, rassel, gitarre, ****1/2
13) giant: "...i’m a giant on a dwarf’s shoulder...", reich verziert, magisch- ruhig, ****
14) i’d rather walk than run: nimmt wieder die anfangsstimmung des albums auf, da der gesang dominiert, mit gutturaler note natürlich, und lisa li-lund fleißig aus dem background dient, ****
15) glory of old: störrisch, inhärent, allerdings mit finessen, lauschen!, ***1/2
16) mrs bigger: alle sind gekommen, um sich zu verabschieden, ein versöhnlicher kanon, ***1/2

mit sechzehn titeln ein stattliches album, aber dank vorweihnachtlicher ausstattung prächtig gefüllt, bar jeglicher langweiler. es ist wohl das einzige, was man "giant" absprechen muss: ihm fehlt das euphorische moment, der wilde dreher, das große entzücken. der einstieg in das album ist brilliant, auf die gesamte länge hin kann das hohe niveau nicht ganz gehalten werden.

oliver r. hat gesagt…

Eigentlich habe ich ein Herz für eigenwillige Käuze, vor allem dann, wenn sie nicht nur musikalisch sind, sondern zudem Globetrotter und mehrere Sprachen fließend beherrschen. Im Falle von Herman Düne stört mich aber einfach manchmal der schräge Gesang. Zumindest über die gesamte Albumlänge hin. Das ist jammerschade, denn selten stößt man auf ein dermaßen eigenständiges, reich intrumentiertes und euphorisches Werk.

-6,5- Punkte

Dirk hat gesagt…

Auch bei mir schaffte "Giant" 2006 noch kurz vor Ablauf der Frist den Sprung in die Top 25 und stellt somit eine würdige Erstvorstellung für 2007 dar.
Ein wunderbares Album mit zahlreichen Hits wie "I wish that I could see you soon", "Bristol" oder "When the water gets cold", die den ein oder anderen Ausfall ("Baby Bigger"/"Mrs. Bigger") bzw. das Sax-Solo in "Pure Hearts" verschmerzen lassen.
Dass es bei mir letztendlich nur zu Rang 24 reichte lag eindeutig an der Kürze der Zeit am Ende des Jahres. Als Wiedergutmachung gibt es dafür an dieser Stelle:

9 Punkte

Eike hat gesagt…

schön, freut mich, dirk!

Volker hat gesagt…

hab sie zwar auch schon länger, allerdings kam ich 2006 nicht mehr dazu.
Sehr leichtfü0ige Songs und allein für den Paul Simon-Moment in Dirk's Auto damals gibt es nen Extrapunkt.
Kann die Spannung allerdings nicht ganz auf komplette Spieldauer halten

7,5

oliver r. hat gesagt…

Die Franzosen behaupten steif und fest, Herman Düne seien Frenchies und keine Schweden!

Ich habe einen der Düne-Brüder nach dem Konzert von Bonnie "Prince" Billy gesehen und festgestellt, daß der keinerlei Akzent im Französischen hat. So spricht man nur als Muttersprachler!

Somit hat es doch noch ein "Franzosen-Kram" in Dirk's Topliste gebracht ;-)

Und "Giant" muß ich mir jetzt doch noch einige Male anhören, weil ich festgestellt habe, daß der Vorgänger "Not on top" einfach sensationell gut war.

Sabrin hat gesagt…

8,5 Punkte

oliver r. hat gesagt…

Auch hier will ich hochstufen. Von 6,5 auf nun

-7,5- Punkte

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