Brandon Flowers - Flamingo

















Der Titel des Solo-Debüt des Killers-Frontmanns ist dem Flamingo Casino in Las Vegas entliehen und so verwundert es auch nicht, dass seine Homepage optisch in Form eines Spielautomaten daher kommt und das Album von "Welcome To Fabulous Las Vegas" eröffnet wird. Doch "Flamingo" ist kein Hauptgewinn, alles andere als "fabulous", und wer dachte, dass mit "Day & Age" der Tiefpunkt im Schaffen der Killers erreicht wäre, wird durch Flowers' Soloausflug eines Besseren (oder eigentlich eines Schlechteren) belehrt.

Das Album liefert Songs, die es höchstens auf B-Seiten der frühen Killers ("Jilted Lovers And Broken Hearts", "Crossfire") oder späten U2 ("Playing With Fire") geschafft hätten oder seichten Pop, der im Formatradio sicherlich wegen seiner nicht zu verleugnenden Eingängigkeit rauf und runter laufen wird. Die namhaften Produzenten Stuart Price, Daniel Lanois und Brendan O'Brien haben auf "Flamingo" alle Ecken und Kanten mit Bombast und Synthie-Kissen gepolstert, so dass sich kein Radiohörer beschweren wird, aber z.B. Jenny Lewis (Rilo Kiley) im Duett "Hard Enough" auch kaum noch zu hören ist. So bietet sich "Only The Young" an, um hinter "You're The Voice" (John Farnham) gespielt zu werden und "Was It Something I Said?" muss einfach vor "Walk Of Life" (Dire Straits) laufen. Damit dürften die Abgründe schon recht deutlich aufgezeigt sein.

In der normalen Version bietet "Flamingo" 10 Titel (40:56 Minuten), aber über iTunes und die limitierte Version sind für Fans 5 weitere Tracks zu erwerben ("The Clock Was Tickin", "Jacksonville", "I Came Here To Get Over You", "Right Behind You" und "On The Floor 2.0").






"Crossfires" Video

"Flamingo" ist ein äußerst farbenfrohes, schwüles Las-Vegas-Album. Es ist Musik für die große Bühne, die Vermählung von Grandezza und Kitsch. Blinkende Lichter und andere Offenbarungen formuliert in zehn Songs, von denen mindestens die Hälfte wirklich gelungen ist. Das macht Mut für ein neues Killers-Album. In einem Interview vermutete Flowers gar, dass "Flamingo" auch seiner Hauptband auf die Sprünge helfen könne. Thematisch handelt "Flamingo" natürlich von nichts anderem als den ganz großen Gefühlen: Vergebung, Reue, Liebe und Leiden. Ganz so, als würde Flowers um Verzeihung für vergangene Fehltritte bitten, wähnt er sich im Kreuzfeuer und sucht nach Schutz. Dabei offenbart er in Ansätzen, dass er durchaus das Zeug zu hat, sich zu einer 2.0er-Version von Glam-Pionieren wie Freddie Mercury oder David Bowie zu entwickeln. Immerhin: Auch die haben keineswegs nur Meisterwerke veröffentlicht.
(plattentests.de)

Herr Blumen unterwegs in Deutschland:
26.09.10 Köln, E-Werk
01.10.10 Berlin, Huxleys

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Finden dieses video mit Charlize Theron total heiss!
Wer hät sich gedacht dass der Killers Frontman ein so erfolgreiches solo album produziert!?!? Super, hut ab!!!

Anonym hat gesagt…

ordentlicher beitrag zum Flowers-Album!
bei mir läufts auch in heavy rotation, nicht zuletzt wegen des hübschen sängers :)

Olly Golightly hat gesagt…

Persönlich kenne ich bisher nur einen Menschen, der dieses Album gut findet - und der Mann besitzt einen Plattenladen! Ist das zu fassen? Von mir kommen 2,5 Punkte.

Dirk hat gesagt…

:-)

Anonym 1 und Anonym 2 oben scheinen die Platte auch gut zu finden, aber beide sind wohl eher visuell orientiert, anders ist das nicht zu erklären.

Volker hat gesagt…

Nun rate mal wer der zweite ist O. ;-)
Gefällt mir besser als das letzte Killers-Album. Wunderbar cheesy, natürlich eine Wanderung auf einem sehr schmalen Grat, aber bei mir fällt Flowers mit diesem Album meist auf der richtigen Seite runter.

Dirk hat gesagt…

Sagen wir es durch die Blume: Das war nix, Herr Flowers!

4,5 Punkte

Volker hat gesagt…

Damit der arme Kerl hier keinen unwürdigen Punktetod stirbt

8 Punkte

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