Razorlight - Slipway fires

cover

Es gibt mindestens zwei Gründe, dieses Album zu diesem Zeitpunkt vorzustellen:

1. "Nicht Fisch und nicht Fleisch", trifft sowohl auf die Zeit um Weihnachten (anscheinend ist diese schon angebrochen) als auch auf Razorlight (eine der Bands, die sich neben ihrem Myspace-Auftritt auch noch eine Website leistet) zu. Sicherlich kann man über Razorlights Selbstverständnis (laut Myspace machen sie "Indie / Alternative / Punk") geteilter Meinung sein, Ohrwürmer haben sie aber schon mehrfach (vor allem auf dem selbstbetitelten Vorgängeralbum) fabriziert und das ist schließlich die Aufgabe einiger Bands.

2. Die Polls für 2008 sind zum größten Teil gelaufen, 2009 hat noch nicht angefangen. In diese "Grauzone" passt Razorlights drittes Album. In Deutschland für 2009 angekündigt, wurde der Soundtrack zu den Hasstiraden gegen Razorlight (vielleicht ist es ein Segen, sich nicht zu sehr mit Johnny Borrells Texten und seinem Ego beschäftigen zu müssen) auf der Insel schon veröffentlicht. Man muss nicht lange suchen, um wirklich schlechte Kritiken zu diesem Album zu finden, z. B. bei musicOMH.com:

The skittering rhythms of Hostage Of Love and You And The Rest work well enough without exactly straying too far from the indie rock blueprint. The band slips back into old ways with undue haste on the next two tracks, however, with Tabloid Lover and North London Trash coming across as a poor man's Suede and sub-par Oasis respectively. Really, the latter makes Noel's The Importance Of Being Idle sound like a veritable masterpiece.

Allein der letzte Punkt sollte die Existenz des Albums rechtfertigen.

Was aber erwartet den unvoreingenommenen Hörer mit "Slipway fires"? Ich kann es nicht tatsächlich beantworten, da ich mich auf das Album gefreut habe und die ersten Durchläufe Spaß machen. Ich entdecke schöne Melodien und durchaus auch bei Wiederholungen immer wieder neue Details. So soll eine gutes Pop-Album sein, oder?

Die erste Single ist "Wire to wire", "Hostage of love" steht als Nachfolger schon in den Startlöchern.

Die UK-Version beglückt den Käufer mit dem Online-Zugang zum Download zweier Bonus-mp3s und dem Video zu "Wire to wire", welches es aber auch hier gibt. Zusätzlich wird ein Gutschein für den ermäßigten Kauf der Deluxe-Edition geboten, die auch erst 2009 erscheinen wird.

Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Während die Polls der diversen Musikzeitschriften noch laufen, küren die Redaktionen schon eifrig ihre Jahressieger. Wer über eine Top Ten stolpert, kann sie gerne bei dem entsprechenden Sieger veröffentlichen.
Ich mache mal den Anfang...

oliver r. hat gesagt…

Das Niedermachen von Razorlight in Musikzeitschriften geht mir seit langem auf die Nerven. Johnny Borrell ist einer der sympathischsten, intelligentesten und warmherzigsten Musiker, den ich in den letzten Jahren getroffen habe. Razorlight gehören zu den wenigen essentiellen englischen Bands. Ich habe sie 5 mal live gesehen und immer waren sie überragend! Hostage Of Love ist ein sehr guter Song.

Danke für die Vorstellung,Ingo!

Dirk hat gesagt…

Da "Slipway Fires" in Deutschland erst am 20.02.09 erscheinen wird, können wir es mit in die Wertung '09 nehmen.

Ingo hat gesagt…

Gerne! Mir gefällt das Album.