Donnerstag, 8. Dezember 2016

Honeyblood - Babes Never Die






















Noch so ein zweites, übersehenes Album eines Duos: Zwar ließen Honeyblood nicht so lange auf sich warten wie Memoryhouse und blieben ihrem Sound auch treu, jedoch gab es einen Wechsel innerhalb der Band vorzunehmen: Cat Myers (Schlagzeug, Gesang) ersetzt Shona McVicar als musikalische Partnerin von Stina Tweeddale (Gesang, Gitarre).

Dem vor zwei Jahren via FatCat Records veröffentlichten "Honeyblood" folgte im letzten Monat "Babes Never Die" nach, das Freunden von rumpelndem Fuzz-, Garage-, Alternative- und Punk-Rock der 90er Jahre gefallen dürfte. Nach einem kurzen Intro haut uns das Duo aus Glasgow mit dem Titelsong und den beiden unten als Videos eingefügten "Ready For The Magic" und "Sea Hearts" erst einmal drei temporeiche Knaller um die Ohren, so dass man froh ist, dass Produzent James Dring (Jamie T, Gorillaz) die entschleunigten "Love Is A Disease" und "Walking At Midnight" folgen lässt, die auch dezente elektronische Klänge in sich tragen. Die zweite Seite der Platte spiegelt dieses Konzept, hat aber anstatt eines überflüssigen Intros ein überflüssiges Outro (Blockflöten und Drum-Computer?).




Second album Babes Never Die sees the band refine the distorted fuzz-rock sound of their early DIY years. Nineties alt-rock revivalism is an avenue that’s been explored by a weight of bands in recent years. Yet, while so much of the current crop come off as pale photocopies, Honeyblood recognise that what their predecessors – Lush, Blake’s Babies, Throwing Muses – had was tons of personality.
In Tweeddale, they have a performer who lives up to those forebears, her delivery by turns menacing, defiant and triumphant. This time around she’s backed up by songwriting that places an emphasis on hookiness. Lead Single Ready for the Magic is 90s tweepoppers Bis but with actual choruses, while Justine, Misery Queen compellingly treads the sickly/sour divide in its tale of a curdled friendship. There’s more than enough here to keep them ahead of the pack.
(The Guardian)




Songwriting-wise, Honeyblood has also improved by leaps and bounds since its 2014 self-titled debut. In fact, the irresistible Babes Never Die completely eschews the JAMC’s lysergic approach in favor of brisk, ambitious songcraft and influences: spring-loaded modern emo-pop (the title track), snarling pogo-punk (“Sea Hearts”), and moody Britpop (“Hey, Stellar,” the Lush-like “Sister Wolf”). The ’60s-reminiscent, garage/surf-rock standout “Ready For The Magic” feels like the Go-Go’s coated in radio static; “Love Is A Disease” conjures Throwing Muses’ sunburned, dizzying noise-pop; and the slinky “Walking At Midnight” is a mist-shrouded goth-pop ode to night’s inky darkness.
Producer James Dring (Jamie T, Gorillaz) skillfully amplifies Honeyblood’s bewitching hooks and taut arrangements, while preserving the band’s scruffy, DIY-pop vibe. (For one thing, the record begins and ends with two brief instrumentals, “Intro” and “Outro,” that are a noise cyclone and rickety indie-pop, respectively.) But even Babes Never Die’s mellower moments—in particular the acoustic guitar-brushed “Cruel,” on which Myers and Tweeddale’s voices combine for empathetic, beckoning harmonies—balance grit and polish. And the record’s unsettled sentiments twist like a knife: When Tweeddale croons “Don’t let your fear keep you here / They’ll turn into quicksand” on “Gangs,” which speaks to the seductive power of class and origins, her caution-filled, wary tone lingers well after the album ends.
(A.V.Club)


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Mittwoch, 7. Dezember 2016

Memoryhouse - Soft Hate






















Nach 4 Jahren des Schweigens kann man eine Band, die zuvor nur ein Album, "The Slideshow Effect" veröffentlicht hat, schon einmal aus den Augen verlieren. Doch mittlerweile (ja, wir sind mitten in den Aufräumarbeiten der übersehenen und vergessenen Alben des Jahres 2016, denn die Platte ist bereits vor einigen Monaten erschienen) hat das kanadische Duo Memoryhouse die Stille unterbrochen und mit "Soft Hate" seine zweite Platte in Eigenregie veröffentlicht. 

Denise Nouvion (Gesang) und Evan Abeele (Komposition, Instrumente) sorgen zwar immer noch für Klänge, denen das Adjektiv "verträumt" gut stehen würde, orientieren sich jedoch deutlich in Richtung New Wave, Synth- und Electro-Pop, so dass School Of Seven Bells und CHVRCHES diesmal als Referenzen treffender erscheinen als zuletzt Lush, The Heart Throbs und Mazzy Star.




Aber nach einigen Durchläufen wagen sich die Kompositionen hervor und präsentieren ihre Stärken. Was mir besonders gut gefällt: für eine Dream-Pop-Platte ist der Sound angenehm klar und luftig. Die beiden meistern die Gratwanderung zwischen klassischem Songwriting und genreüblichen, verträumten Soundflächen mit Bravour.
Vielleicht pluckern die Songs hier und da einmal ein klein wenig zu unaufgeregt vor sich hin, aber irgendwie schaffen es die beiden, immer einen interessanten Twist einzubauen. Im galoppierenden „Laney“ veredelt zum Beispiel die Gitarre den Song, im sehnsüchtigen „Knife In The Water“ sorgt sie für geheimnisvolle Schwere.
Trotz Änderungen im Sound und der Aufgeschlossenheit gegenüber radiotauglicheren Strukturen klingt „Soft Hate“ noch immer eindeutig nach Memoryhouse. Und das ist beruhigend und aufregend zugleich.
(nicorola)




With faster rhythms and brighter melodies, Soft Hate veers in a different direction than its predecessors. While retaining the same honesty as before, Soft Hate draws on '80s synth pop/new wave: "Dream Shake" could be the title track to a John Hughes film, while "Fate" is a lively opener for the album, with swelling guitar tones that create a sense of urgency and wonder.

In contrast to previous works, Soft Hate stays upbeat throughout, as Denise Nouvion's easygoing vocals and casual tone work in combination with the album's emotional lyrics and sparkling synths to create an atmosphere of both longing and letting go. The highlight of the album is "Sarah," their strongest creation to date, on which Nouvion's voice echoes haunting lyrics like "You've been dead / and I can't forget / Sarah Sarah, go home," to juxtapose the music's vibrant surf-pop feel.

If The Slideshow Effect was the soundtrack to a string of cold, dark winter months, Soft Hate is the melting snow before spring. Although Memoryhouse have often compared to Beach House in the past (which is never a bad thing), Soft Hate is a step towards the duo firmly establishing their own voice.
(exclaim)



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Dienstag, 6. Dezember 2016

The Colorist & Emiliana Torrini - The Colorist & Emiliana Torrini






















In neuen Farben erstrahlen hier einige Songs aus dem Werk von Emiliana Torrini. Aber der Reihe nach: Aarich Jespers und Kobe Proesmans von der belgischen Band Zita Swoon gründeten das Projekt The Colorist, um das Werk anderer Künstler neu zu arrangieren und mit Hilfe von klassischen oder selbst gebauten Musikinstrumenten einen frischen Sound zu verpassen.

Gemeinsam mit Emiliana Torrini, die sofort von dieser Idee begeistert war, entwickelten sich die Songs der Isländerin in Skype-Calls, Proben, Soundchecks und Konzerten zu den nun hier vorliegenden Interpretationen, die live vor Publikum eingespielt wurden. Das 8-köpfige Orchester besteht aus Kobe Proesmans (Percussion, ‚calabas’), Aarich Jespers (Percussion, ‚flapamba’), Sep François (Melodic Prcussion, ‚hammered mbar’), Wim De Busser (Flügel, Piano, Keyboard), Tim Vandenbergh (Kontrabass, E-Bass), Gerrit Valckenaers (Bassklarinette, Steine, Spiegel, Glassschüssel, Electronica), Jeroen Baert (Geige, Mandoline) und Karel Coninx (Bratsche) und man kann bereits an der Instrumentierung erahnen, das man mitunter ein wenig Phantasie benötigt, um Emiliana Torrinis Songs wieder zu erkennen. Bei "Jungle Drum" ist dies natürlich nicht der Fall, dennoch ist der jazzige Ausklang des Stücks ungewöhnlich. 

Bei der Songauswahl wurden ihre letzten drei Alben, "Tookah" (2013), "Me And Armini" (2008) und "Fisherman's Woman" (2005), gleichberechtigt mit jeweils 3 Stücken bedacht. Dazu gesellen sich "Nightfall", das Torrini gemeinsam mit Kid Koala komponierte, und ein neues Lied, "When We Dance", welches die drei kreativen Köpfe dieser Platte gemeinsam schrieben.




Auf „The Colorist & Emilíana Torrini“ wirken Torrinis Songs wie neugeboren, sie blühen ein zweites Mal auf. So werden aus den sympathisch zaghaften, minimalistischen Piano-Stücken „Today Has Been Okay“ und „Thinking Out Loud“ zwei leuchtende und bewegende Verschmelzungen von Streichern, Percussion und bassigem Klavier. Das simple, treibende Gitarren-Riff von „Gun“ wird ersetzt durch einen von vielen Strängen getragenen Spannungsbogen. Und „Bleeder“, bereits in der Version auf „Me And Armini“ sehr berührend, leuchtet von The Colorist neu inszeniert in vielen intensiven Farbtönen auf.
(byte.fm)

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Montag, 5. Dezember 2016

Alex Izenberg - Harlequin























Kommen wir zu einer
a) fantasievollen,
b) chaotischen,
c) schrägen,
d) exzentrischen,
e) charmanten,
f) fiebrigen oder
g) fahrigen

Vermischung von
a) Psychedelic Pop,
b) Freak Folk,
c) Sixties Pop,
d) Singer/Songwriter-Traditionen,
e) Kammerpop,
f) Sound-Collagen oder
g) Piano-Pop,

die Erinnerungen an
a) Scott Walker,
b) Simon & Garfunkel,
c) Grizzly Bear,
d) The Velvet Underground,
e) Girls,
f) Wild Beats oder
g) Elton John
wecken.

Bitte selbst die entsprechenden Kreuzchen an den präferierten Stellen setzen (Mehrfachnennungen sind nicht nur möglich, sondern erwünscht), nachdem "Harlequin", das Debütalbum des 24-jährigen Alex Izenberg gehört wurde. Zutreffend sind die Auswahlmöglichkeiten irgendwie alle.




HARLEQUIN bietet eine ganz eigene Song-Dynamik: So folgen auf ruhige Song-Fragmente breit instrumentierte Pop-Perlen – Izenberg liebt die Brüche, den ständigen Wechsel. Es ist kein stringentes Album, dennoch ist es musikalisch in die US-amerikanische Singer/Songwriter-Tradition wie auch in die „New Weird America“-Welle einzuordnen. So klingt mal Harry Nilsson, mal Paul Simon an, dann aber auch Grizzly Bear. Mit Lichtblicken wie den eher ruhigen Stücken „People“ und „Grace“, sowie der Upbeat-Single „To Move On“ zeigt Izenberg, dass er durchaus Fähigkeiten zum guten Songwriting besitzt. Doch auf Albumlänge reicht es noch nicht aus.
(musikexpress)




Eine Welt, in der die Linie zwischen Gut und Böse augenscheinlich noch ganz klar war, und in der die heilige Pop-Dreifaltigkeit von Strophe, Hook und Refrain noch was zählte. Alex Izenberg ist nicht der einzige Nordamerikaner, dessen Songs sich an dieser gold-getünchten Nostalgie bedienen. Auch Acts wie Whitney oder Kevin Morby und Tobias Jesso Jr. drehten dieses und letztes Jahr Einflüsse zwischen Neil Young, Paul Simon und Scott Walker zu ihrem Guten.
Im Gegensatz zu ihnen umgibt Alex Izenberg seine Person mit einer ebenso schleierhaften Hülle wie seine Musik. Unter verschiedenen Pseudonymen will er in den letzten Jahren Musik gemacht haben. Leben tut er noch daheim oder zumindest in der Nähe seiner Mutter in einer Hügellandschaft von Los Angeles und zu der Fülle an bezaubernden Streicherpartien auf „Harlequin“ sei es nur durch einen guten Freund gekommen, der Izenberg bei den Aufnahmen zur Seite stand.
Dass „Harlequin“ jetzt auf Weird World erscheint und Izenberg dafür super Promo bekommt – alles nur Glück. Nicht mal um eine Band für eventuelle Auftritte hätte er sich bisher gekümmert. Ob der Typ in dieser Hinsicht wirklich null Kalkül besitzt – wer weiß. Seine Songs klingen alles andere als chaotisch, dafür manchmal pittoresk-schunkelig („Grace“), nachdenklich ausufernd („A Bird Came Down“) oder hoffnungsvoll-euphorisch mit einem freundlichen Nicken in Richtung The Velvet Underground („To Move On“).
„Harlequin“ versammelt eine Reihe sanfter und einnehmender Arrangements zwischen Baroque Pop und Folk Rock, ausgestattet mit dem minimalistischen Charme der Indie-Gegenwart.
(Byte.fm)


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Sonntag, 4. Dezember 2016

Maria Taylor - In The Next Life























Maria Taylor ist mittlerweile 40 Jahre alt und verheiratet, sie hat zwei Kinder und als Solokünstlerin fünf Alben veröffentlicht. Hinzu kommen 6 Platten mit Orenda Fink als Azure Ray, eine Zusammenarbeit mit Andy LeMaster und zahlreiche Gastbeiträge, u.a. für Bright Eyes.

Offensichtlich war es nun an der Zeit das bisher Erlebte und Geleistete zu reflektieren und in einem neuen Album zu bündeln, welches laut Taylor unter der Prämisse "Wenn ich morgen sterben würde, was sollte mein letztes Album aussagen?" stehen sollte. Freunde und Familie wurden akquiriert, damit die 10 Songs von "In The Next Life" Gestalt annehmen konnten: Nik Freitas half bei Produktion und Songwriting, Conor Oberst und Joshua Radin singen bei "If Only" bzw. "It Will Find Me" und "Pretty Scars" mit, Brad Armstrong assistierte, wenn Maria Taylor bei den Texten nicht den richtigen Weg fand. Diese Liste ließe sich noch eine Weile fortführen.

Fortführen darf Maria Taylor auch liebend gern ihr musikalisches Schaffen, wenn zukünftige Platten so überzeugend geraten, wie das zwischen Folk, Dreampop und Americana changierende "In The Next Life", das seine Höhepunkte dann hat, wenn zu Taylors verhuschtem Gesang durch männliche Stimmen ein Kontrastpunkt gesetzt wird oder auch einmal rockigere Töne erklingen ("Just Once").




„In The Next Life“, ein weiteres wundervolles Album von Maria Taylor. Folk- und Popsongs, mit in meiner Wahrnehmung aus der Zeit gefallenen Akkordfolgen, die man auf dem sechsten Album einer sich treu bleibenden Künstlerin durchaus als typisch bezeichnen darf. Hallige Gitarren, denen zu klingen erlaubt wird, welche Assoziationen an die amerikanische Musik der Fünfziger wecken, auch wenn diese Beschreibung Marias Gesamtwerk lediglich streift. Vorsichtige Klangexperimente, kein übertriebenes nach den Sternen greifen, denen auf den frühen Alben gerne ein Plätzchen eingeräumt wurde, findet man auf „In The Next Life“ nicht. Die Produktion ist heimelig und einladend. Klavier und Orgeln finden ihr Plätzchen, Streicher und Gitarren, im Zentrum der umwerfend schöne Gesang. Conor kommt vorbei, singt mit Maria „If Only“, muss schnell wieder los und läßt mich mit Fernweh und Unruhe im Herzen zurück. Mein persönlicher Song des Jahres! „Flower Moon“ liebäugelt mit dem Bubblegum-Pop der Fifties, „Free Song“ versucht sich an Tarantino-Dramatik, bleibt dabei aber zuckersüss. Ein Album wie ein Abendessen mit guten Freunden, mit Wein, Käse und Gelächter. Was gibt es besseres.
(Crazewire)


Maria Taylor in Deutschland:

17.02.17 Hamburg, Uebel & Gefährlich
18.02.17 Bremen, Tower
19.02.17 Köln, Artheater
20.02.17 Essen, Weststadthalle
21.02.17 Erlangen, E-Werk
22.02.17 Berlin, Grüner Salon
23.02.17 Leipzig, Moritzbastei
24.02.17 Hannover, Faust
25.02.17 Dresden, Beatpol


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Samstag, 3. Dezember 2016

The Yearning - Evening Souvenirs























Elefant Records hat uns dieses Jahr bereits "Psiconáutica" von Linda Guilala oder die Neuauflage von "Fast Trains And Telegraph Wires" der Trembling Blue Stars bescherte, ist die musikalische Heimat von The School, Lucky Soul oder Camera Obscura und birgt sicherlich noch viele mir unbekannte Schätze. Eine der aktuellsten Veröffentlichungen von Elefant Records ist "Evening Souvenirs" (500 nummerierte Kopien, graues Vinyl), das zweite Album von The Yearning. 

Das Projekt von Joe Moore orientiert sich nun deutlich mehr in Richtung Lounge, Chanson und Kammerpop, lässt an Burt Bacharach, Dusty Springfield, Nancy Sinatra und Lee Hazlewood denken, die Streicher groß aufspielen und Maddie Dobie wieder sanft durch die größtenteils ruhigen Stücke führen, wobei sie häufig vom Cotsworld Voices Choir begleitet wird. Leiter dieses 50-köpfigen Chores aus dem englischen Nirgendwo ist Joe Moore, der dort als Lehrer arbeitet und hier als Multiinstrumentalist, Arrangeur und Songschreiber glänzt. Genau wie die Träne im Auge, die von dieser bewegenden Musik herrührt.  




Songs, die Isobel Campbell nicht eindrucksvoller und intensiver interpretieren könnte, Songs, die im Belle & Sebastian-Umfeld entstanden sein könnten, Songs, die Sehnsucht wecken, die ewige Jugend versprechen, die ohne Probleme allesamt in die Lieblingsliederkollektion importiert werden.
Wunderbar leicht, mit lasziver Stimme von (der erst 19-jährigen!) Maddie Dobie  vorgetragen, von Streichern und Flötentönen durchzogene Lieder der Liebe, eine Harfe kommt zirpend und federleicht tanzend hinzu, The Moment Your Heart Would Say Goodbye ist unglaublich, offenbart Zärtlichkeit, Verbundenheit, inniges Gefühl und im gleichen Atemzug die wie versteinert wirkenden Momente des Abschiednehmens.
(Gutes Hören ist wichtig)


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Freitag, 2. Dezember 2016

Elephant Stone - Ship Of Fools























Eine Band, die sich nach einem Song benannt hat (The Stone Roses, 1988), bringt ein Album heraus, welches nach einem Song (wahlweise Erasure, 1988, oder World Party, 1987) betitelt ist. Klingt wenig inspiriert, reicht aber im veröffentlichungsschwachen Dezember für einen Platz in unseren Top Ten der sehnlichst erwarteten Schallplatten und zeigt die Band auf musikalisch veränderten Wegen.

Rishi Dhir (Gesang, Bass, Sitar, Keyboards), Miles Dupire (Schlagzeug) und Gabriel Lambert (Gitarre) öffnen ihren Retro-Rock für tanzbare Beats und Grooves. Manchmal möchte man dem Trio aus Montreal zurufen: Madreal, rave on!
Wie einst in Manchester wird der Psychedelic Rock der 60er und 70er Jahre mit Grooves unterlegt ("Cast In The Fire") oder sogar ein Abstecher in die Disco unternommen ("Love Is Like A Spinning Wheel"), dazu kommen einerseits für Elephant Stone unerwartet poppige Synth-Klänge ("See The Light") und andererseits die vorhersehbaren Sitar- und Tabla-Klänge, jedoch in deutlich reduziertem Maße und auf der zweiten Plattenhälfte ("Run, Sister, Run", "The Devil's Shelter", "Silence Can Say So Much"). Freunden von Kasabian, Beady Eye und Tame Impala sei "Ship Of Fools" empfohlen, ich persönlich favorisiere jedoch eher die drei vorherigen Alben von Elephant Stone




The overall vibe is mellower than before, and even when the songs kick some ass it’s with more of a ‘70s funk slap than a ‘60s rock punch, for example on “Cast the First Stone” and “Where I’m Going”. One truly welcome introduction is the infusion of some R&B, such as the swamp blues twang in “Manipulator” and the various blasts of female vocals in all their soul glory. However, only “The Devil’s Shelter” really knocks your socks off the way Rishi Dhir and the boys did on ‘The Three Poisons’.
Of course, it’s not all about rocking out, and the band can still fuck with your mind on the mid-tempo stuff, especially when Dhir goes heavy on the Indian influence, as he does in “Silence Can Say So Much”. Unfortunately, things get a little too mellow when “See the Light” and “Love is Like a Spinning Wheel” wander into yacht rock territory, with the overall effect being of bringing down the pace of the entire album.
It is true that what Elephant Stone lack in electric muscle they make up for in rhythm and groove, but that may not be quite enough for hard set fans of their previous outings.
(Ride The Tempo)




Picture Death From Above 1979 melded with Beck and Big Data. That’s what Elephant Stone sounds like to me and with their newest release, Ship of Fools. The Montreal-based band returns with some groovy, pop jams that fans of the aforementioned bands will surely dig. (...)
Writing music reviews can occasionally push you out of your comfort zone, but with Ship of Fools, I’ve found a band that combines all my favourite music styles into one awesome, locally-grown audio trip that I’ll be purchasing upon its release. The music is catchy, expertly produced, and is varied enough to keep your interest from start to finish. Now, that’s what I call a winner.
(Bucket List)




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Donnerstag, 1. Dezember 2016

Das Platten vor Gericht November Mixtape



Hören worüber wir schreiben: Das Platten vor Gericht-Mixtape mit Musik aus unseren November-Vorstellungen.

1. TOY – Fast Silver
2. The Hidden Cameras – Day I Left Home
3. John K. Samson – Postdoc Blues
4. HIGHS – I Do, Do You?
5. The Veils – Axolotl
6. Robbie Williams – Mixed Signals
7. Hope Sandoval And The Warm Inventions – Let Me Get There
8. Flyying Colours – It’s Tomorrow Now
9. Leonard Cohen – You Want It Darker
10. Courteeners – Modern Love
11. Moby & The Void Pacific Choir – A Simple Love
12. Jimmy Eat World – Get Right
13. The Head And The Heart – Library Magic
14. The Wave Pictures – Panama Hat
15. Marillion – Living In F E A R
16. Grouplove – Do You Love Someone
17. Tasseomancy – Dead Can Dance & Neil Young
18. Man & The Echo – Distance Runner
19. Motorama – By Your Side
20. El Perro Del Mar – KoKoro
21. Douglas Dare – New York
22. Angel Olsen – Give It Up
23. Bell X1 – The Upswing
24. Let’s Eat Grandma – Eat Shiitake Mushrooms
25. Alcest – Untouched
26. Box And The Twins – Perfume Well





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Neue Gerichtstermine: Dezember / Januar
























Dezember

02.12.
Pete Doherty – Hamburg Demonstrations
I Like Trains – A Divorce Before Marriage (Soundtrack)
Jean-Michel Jarre – Oxygene 3
The Last Shadow Puppets – The Dream Synopsis EP
Soviet Soviet – Endless

09.12.
Neil Young – Peace Trail
Maria Taylor – In The Next Life
LP – Lost On You
The Colorist & Emiliana Torrini – The Colorist & Emiliana Torrini

30.12.
The Wave Pictures – Saddle Up! (10’’)


2017

Januar

13.01.
KLEZ.E – Desintegration
Sohn – Rennen
The Flaming Lips – Oczy Mlody
The xx – I See You

20.01.
Austra – Future Politics
Foxygen – Hang
Menace Beach – Lemon Memory
Schrottgrenze – Glitzer auf Beton
Woods Of Birnam – Searching For William

27.01.
Charlie Cunningham – Lines
Cloud Nothings – Life Without Sound
Japandroids – Near To The Wild Heart Of Life
Schnipo Schranke – Rare 


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Mittwoch, 30. November 2016

Box And The Twins – Everywhere I Go Is Silence



Entgegen unserer Maxime, hier nur Alben zu besprechen, stellten wir im Januar letzten Jahres an dieser Stelle die zweite EP der Kölner Coldwave/Darkpop-Band Box And The Twins vor. Fast zwei Jahre später gibt es mit 'Everywhere I Go Is Silence' jetzt das lang ersehnte erste Album zu kaufen. Und natürlich hat sich die Wartezeit mehr als gelohnt: Der Opener 'Pale Blue Dot' stimmt uns ein, in das, was folgen wird. Ein düsterer, verträumter Song, den es vorab auch schon als Video zu bewundern gab.



'Gravity', der zweite Song, ist das nächste große Highlight des Albums. Die ganz dunklen Pfade werden in Richtung Tanzfläche verlassen - natürlich bleiben wir in der Dark Wave-Disko, allerdings mit einem schimmernden Ohrwurm. Auch 'Place Called Nowhere' kommt etwas flotter daher, bevor mit 'Perfume Well' der erste Song kommt, den wir von der 'Below Zero EP' kennen.



Schwer und dunkel ist auch “Birds”, Beispiel für einen dichten Dark-Dream-Pop. Die Beats drücken nach unten, während man sich an die träumerische und melancholische Stimme wie an einer Hoffnung hält. Die verzerrten Gitarren sorgen für mehr Härte in der Stimmung. […] Aber der Song, der am besten für diese tänzerische Seele der Band spricht, ist der einnehmende “Guilty Red”. 80er Wave-Beats, ein punktierter, unermüdlicher Bass, Atmo-Synthie und die sinnlichen Vocals: Jedes Detail stimmt hier, um aus diesem Lied einen der Höhepunkte des Albums zu machen. (prettyinnoise.de)

An Höhepunkten mangelt es dem Album wirklich nicht. Düster, aber mit einnehmenden Melodien und über allem schwebt Box‘ charismatischer Gesang.



Der große Wurf – er ist gelungen. Geduld und Sorgfalt zahlen sich also aus. Schwachpunkte gibt es keine zu vermelden, zumal für Mix und Mastering Hélène De Thoury (Hante) verantwortlich zeichnet. Stil und Gefühl konnten also kaum bessere Voraussetzungen zeitigen, um ein Album zu erschaffen, das des Weiteren keine deskriptiven Superlative mehr benötigt, um seine zwingende Wirkung zu entfalten (amusio.com)

Käuflich erwerben könnt Ihr die Platte beispielsweise über die Bandcamp-Seite.

Und live kann man Box, Marc und Mike dieses Jahr noch hier erleben (ohne Gewähr):

15.12. Paris – Le Gibus w/Sjöblom
17.12. Freiburg – Slow Club w/Selofan

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Dienstag, 29. November 2016

Alcest - Kodama






















PVG: Alcest, eine französische Band, die man zuvor eher mit den Begriffen „Black Metal“ oder „Post-Metal“ bedachte, konnte 2014 mit „Shelter“ dein Album des Jahres abliefern. Wie konnte es dazu kommen?

Oliver: Wenn man sich das Album anhört (und ich tue das immer noch regelmäßig), kommt einem der Begriff ‚Metal‘ nicht wirklich in den Sinn. Eher Post-Rock trifft Dreampop und Shoegaze. Und hättest Du bei Deiner Vorstellung damals nicht mit Namen wie Slowdive, Ride oder Sigur Rós um Dich geworfen, hätte ich diese tolle Platte wahrscheinlich nie kennengelernt. Oft erinnert mich das, was Alcest auf dieser Platte machen auch an Blind Mr. Jones, einer sehr unterschätzten englischen Shoegaze-Band der frühen 90er-Jahre. Nur ohne Flöte.

PVG: Nun ist mit „Kodama“ der Nachfolger erschienen, der Alcest auch immer höher in die Charts führt (Platz 15 in Deutschland) – können die Franzosen ihren Titel bei dir verteidigen?

Oliver: Alles was ich vor dieser Fragestunde von ‚Kodoma‘ gehört habe, war eine Vorab-Single in Form eines youtube-Videos. Vermutlich war es ‚Oiseaux de Proie‘, allerdings lief es sicherlich nicht länger als 3 Minuten und 18 Sekunden. Platz 15 in Deutschland? Echt jetzt?

PVG: Apropos Platz 15: Dort landete „Shelter“ 2014 mit einem Punkteschnitt von 7,700 bei unserer Endauswertung. Gibst du einen Tipp für die Platzierung und den Punktedurchschnitt von „Kodama“ ab?

Oliver: Ja, gebe ich: Nicht so hoch. Wobei das musikalisch glaube ich (nach 1x Hören) gar nicht sooo schlecht ist. Wenn nur das Gebrülle nicht wäre…

PVG: Wird es von dir Bonus-Punkte für die aussterbende Art des Konzeptalbums, inspiriert von Hayao Miyazakis „Princess Mononoke“, geben?

Oliver: Ich bin gar nicht sicher, ob das so eine aussterbende Art ist. Angelika Express haben zum Beispiel am 11.11. ein Konzeptalbum zum Thema ‚Alkohol‘ namens ‚Alkohol‘ veröffentlicht. Prost und Alaaf!

PVG: Alcest sagen, „Kodama“ sei eine Rückkehr zu ihrem früheren Blackgaze Style. Was ist das denn? Gehört dazu dieses schreckliche Gebrülle bei „Eclosion“ und zwei französischen Titeln?

Oliver: Ohne Wikipedia wäre ich da auch ziemlich verloren. Ich zitiere: „Blackgaze ist ein Subgenre des Metal mit deutlichen Einflüssen aus Post-Rock und Shoegazing.“ Lustig finde ich auch diesen Abschnitt: „Markus „Herbst“ Siegenhort, Gründungsmitglied der zeitweiligen Blackgaze-Bands Líam und Lantlôs, beschreibt den Stil hingegen kritisch als „langweiliges“ und „stagniertes“ Genre mit einer simplen Struktur: „Es sind immer 12-Minuten-Tracks, die fünf Minuten Intro haben und dann kommt ein bisschen Post Rock mit Blastbeats und Geschrei drunter.“ Also ja: Schreckliches Gebrülle scheint dazu zu gehören. Bitte frag mich nicht, was „Blastbeats“ sind.

PVG: Das Album hat nur 6 (in der Deluxe Version 7) Songs, welche würdest du empfehlen?

Oliver: Die normale. Bringt einem vermutlich 6 Minuten mehr Lebenszeit!

PVG: Von „Shelter“ gab es jede Menge unterschiedliche Vinyl-Versionen. Wie sieht das bei „Kodama“ aus?

Oliver: Bei discogs sind derzeit neun verschiedene Formate gelistet. Bei der einen oder anderen Version wird es vermutlich noch Zusammenlegungen geben, aber unterm Strich gibt es wieder: Jede Menge.




Nehmen Sie sich Zeit, den Schuber aus dem Digipac heraus zu fummeln und betrachten Sie in Ruhe die magisch-verstörenden Zeichnungen, die an japanische Manga-Kunst angelehnt sind. Im Hintergrund wirkt der Titelsong “Kodama” möglicherweise zunächst belanglos und austauschbar. Schnell verdichtet sich der Track mit verzerrten Gitarren und ruhiger Rhythmik aber zu einer komplexen Klangwand, in der Neiges warmer Klargesang sich nicht als formgebendes Element abhebt, sondern wie ein weiteres Instrument die Atmosphäre stützt. Ein wenig überrascht, fühle ich mich von den ruhigeren Parts an TOOL erinnert und das Zeitgefühl geht verloren. Der folgende Titel “Eclosion” bringt es fertig, gleichzeitig vergnügt und todtraurig zu klingen und befördert durch seelenzerfetzendes Gekeife ALCESTs Black Metal-Wurzeln an die Oberfläche. “Je Suis D’Ailleurs” erzählt wahrlich vom Woanders-Sein, wenn treibend-melancholische Gitarren sich über fernes Rufen aus der Kehle von Sänger Neige legen und ruhige Parts an Sonnenuntergänge in der Einsamkeit denken lassen. “Untouched” beginnt mit zarter Gitarre und indianisch wirkendem Klargesang. Melodiös-melancholisch schraubt sich der vierte Titel ins Herz und hinterlässt ein Gefühl von Vertrautheit, ehe “Oiseaux De Proie” an DREDG und TOOL erinnert, bevor es sich in grungige Untiefen stürzt und schließlich jeden Vergleich hinter sich lässt. Der letzte Titel “Onyx” breitet einen mystisch-elektronischen Trauerteppich aus und scheint in der Muskulatur zu beben, ehe Stille die knapp 45-minütige Tour de Force beendet, die ALCEST uns mit ihrem fünften Studioalbum bereiten.
(Metal)


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Montag, 28. November 2016

10 Schallplatten, die uns gut durch den Dezember bringen

























10. Elephant Stone - Ship Of Fools (25.11.)
















9. Highs - Dazzle Camouflage (180g) (02.12.)
















8. The Colorist & Emiliana Torrini - The Colorist & Emiliana Torrini (09.12.)
















7. The Telescopes - The Telescopes (25.11.)
















6. Peter Gabriel - Us (2LPs) (02.12.)















5. Tori Amos - Boys For Pele (2LPs, remastered) (18.11.)















4. Allo Darlin’ - Allo Darlin’ (25.11.)















3. Radiohead - A Moon Shaped Pool (Deluxe Edition Box Set, 2 LPs, 2 CDs) (25.11.)
















2. Leonard Cohen - You Want It Darker (180g) (09.12.)
















1. Einstürzende Neubauten - Greatest Hits (Special Edition) (25.11.)












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Sonntag, 27. November 2016

Let's Eat Grandma - I, gemini






















Dieses Album habe ich in den letzten fünf Monaten immer wieder "angefasst". Bereits beim zweiten Durchlauf hatte ich "Eat Shiitake mushrooms" in die Liste der potentiellen Jahreshits aufgenommen. Doch es brauchte noch einige Anläufe und Monate, bis ich "I, gemini" fassen konnte.

Ich stelle hier nicht häufig Musik von Teenagern vor. Mir war nicht bewusst, dass Jenny Hollingworth und Rosa Walton noch so jung sind. Deren Debüt "I, gemini" ließ mich auch nicht auf diese Idee kommen. Eher hätte ich einer reife Band mit reichlich Erfahrung mit psychotropen Substanzen hinter Let's Eat Grandma vermutet.

Die jungen Damen aus Norwich haben eines der Debüts des Jahres gezaubert. Poppig, anspruchsvoll, verschroben, psychedelisch mit Lo-Fi Charme und an jeder Stelle überraschend. Woher nehmen die beiden das alles?

"Eat Shiitake mushrooms", "Sax in the city", "Rapunzel" und "Welcome to the treehouse" sind die Titel, die mich auf die Weiterentwicklung der Band mehr als neugierig machen. Daneben gibt es leider auch mit mindestens einen Langweiler, doch der kündigt sich zumindest schon im Titel als solcher an: "Sleep song".

Plattentests.de:
Ihr Sound pendelt zwischen psychedelischem Folk und zartgliedrigem Gothic-Pop, der zwar ohne Kajal auskommt, aber trotzdem leichten Grusel verbreitet. [...] Im Hier und Jetzt veröffentlichen die beiden Damen mit "I, Gemini" ein Album, das von vorne bis hinten voller Ideen steckt. Eine Songsammlung, die förmlich aus allen Nähten zu platzen droht.

"Eat Shiitake mushrooms":


"Sax in the city":


Teenager können sogar Klatschspiele bei Jools Holland aufführen, inkl. "Deep six textbook":

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Samstag, 26. November 2016

Bell X1 - Arms






















Ich finde bei einem Gewinnspiel zum Thema Musik wäre "Welche ist die nach U2 im irischen Radio meistgespielte Band?" eine spannende Frage. An dieser Stelle stellt sie keine Herausforderung dar, denn sie ist bereits mit dem Titel dieser Vorstellung beantwortet. In der Heimat ist Bell X1 also recht populär. Sie ging aus Juniper hervor, den Mitstreiter aus dieser Zeit kennt man auf dem europäischen Festland vielleicht eher: Damien Rice.

Bell X1 hat in der Vergangenheit acht gefällige Platten mit einigen Songperlen und dezentem Indie-Touch veröffentlicht, so auch "Chop chop" im Jahr 2013. Nun folgt das neunte Album. Es ist gefällig und liefert die Songperlen "Bring me a fire king", "The upswing", "I go where you go" und "Out of love". Nett. Nicht mehr und nicht weniger.

Allmusic kann dem Album mehr abgewinnen:
Bell X1 hang onto a thoughtful complexity here that marks all of their work to date despite shifts in sound, but there's a hopeful, reassuring thread to the album that sweetens the tone. On the whole comforting without seeming eager-to-please or, worse, becoming dull, Arms feels like a refresher of sorts, both for the band and for listeners.

"The upswing":

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Freitag, 25. November 2016

Angel Olsen - My woman























Angel Olsen
 muss ich umsortieren. Bislang hatte ich sie in die Folk-Ecke gestellt. Mit ihrem dritten Album "My woman" setzt die Amerikanerin ein starkes Zeichen und qualifiziert sich für für höhere Weihen.

Die Platte simuliert die A- und B-Seite einer LP. In der ersten Hälfte finden sich die flotteren Titel, danach wird es etwas ruhiger, melancholischer und verträumter. Besonders beeindruckt bin ich von den Indierock-Passagen und den beiden Songs mit Spielzeiten über sieben Minuten, die trotzdem nicht langweilig werden. 

"My woman" erschien bereits im September. Die überwiegend positiven Kritiken zur Veröffentlichung (87/100 bei Metacritic) hallen noch nach. Es würde mich nicht wundern, wenn das Album in einigen Bestenlisten am Jahresende auftauchen würde. 

"Give it up", "Not gonna kill you", "Sister" und "Woman" sind die besonders tollen Titel auf "My woman". Damit stammen jeweils zwei von jeder "Seite" des Albums.
Es ist schon ein ordentliches Stück Weg, das die Amerikanerin bis zu MY WOMAN hingelegt hat: von Bonnie „Prince“ Billys Background-Chanteuse und den weitgehend zur akustischen Gitarre vorgetragenen Liedern auf dem Longplay-Debüt HALF WAY HOME von 2012 bis zu einer Idee von Indie-Rock, die sie mit ihrer Stimme kräftig ausmalt. Balladen mit leichtem Gitarren-Twang gibt’s auch auf diesem Album, aber Olsen singt sie für ein großes Spektakel („Heart Shaped Face“), sie hat den lasziven Unterton, den Lana Del Rey schon wieder seit Längerem sucht.
Pitchfork.com:
Angel Olsen's latest is her best record yet, a bracing mix of sounds and styles congealing around songs of pain, sadness, and hope.

Das Video zu "Sister":


"Shut up kiss me":


Am 26.05.2017 wird Angel Olsen in Berlin auftreten.
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