Sonntag, 25. September 2016

BirdPen - O'Mighty vision






















BirdPen lässt sich kaum ohne einen Verweis auf die ebenfalls englische Band Archive vorstellen. Archive wurde 1994 gegründet, BirdPen macht sich seit 2003 einen Namen als Projekt der beiden Gründer Dave Pen und Mike Bird. 2007 fanden die beiden Projekte zueinander. Dave Pen übernimmt als Sänger, Gitarrist und Songschreiber inzwischen eine gewichtige Rolle bei Archive. Doch BirdPen definiert sich nicht nur durch die Nähe zu Archive. Aus den Grundzutaten "Indierock" und "Electro" bereiten die Bands unterschiedliche Gerichte. 

BirdPens Output wird ab und zu mit Radiohead verglichen. Für das 2012er Album "Global lows" würde ich das sogar unterschreiben, weil es der Band gelang, sehr intensive und mitreißende Songs zu produzieren. Auf dem aktuellen vierten Album "O'Mighty vision" wird diese Intensität durch ein paar ausufernde Elektro-Parts keineswegs vollwertig ersetzt. Die Gitarren sind weniger prägend, die Stimme weniger vielfältig. "Tookit", "Traitors" und "The underground" können mich noch halbwegs überzeugen. Die weiteren fünf Songs stören nicht während der Zugfahrt, wobei "The solution is the route of all my problems" sowohl vom Songtitel als auch von der Spieldauer mit über zwölf Minuten den üblichen Rahmen ohne erkennbaren Mehrwert sprengt. Vielleicht reichen Pens Songideen auf Dauer nicht für Archive und BirdPen, wenn mit "Axiom", "Restriction", "In the company of imaginary friends" seit dem Jahr 2014 Alben "am Fließband" produziert werden. Dabei habe ich "Unrestricted" (Archive Remix-Album aus 2015) und das für Oktober angekündigte "The false foundation" nicht einmal berücksichtigt.

Eclat meint:
„O' Mighty Vision“ ist aus einem Guss, aber recht langweilig und banal. Größtenteils nur zusammengeschusterte Keyboardflächen, das war es. Es fehlen die cleveren Elemente, die schön zusammengepuzzelten Aufbauschemata der Songs oder zumindest so etwas wie Hits, von denen es auf den bisherigen Alben immer ein paar gab. „O' Mighty Vision“ dagegen ist blass. Hier sollte der Inhalt über die Verpackung hinaus wirken – mit mäßigem Resultat.
Das Video zum Titelsong:


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Freitag, 23. September 2016

Moddi - Unsongs






















Mit seinen Alben "Floriography", "Set the house on fire" und "Kæm va du?" konnte Moddi hier bei den Richtern schon recht fleißig Punkte sammeln.

Nach einem Moddi-Konzert ließ ich mich zu dieser Aussage hinreißen:
"Manchmal hatte ich das Bedürfnis, ihn zu schütteln und in die Realität zu holen… aber welch schöne Songs würde er uns dann vorenthalten?"
Vielleicht tat ich dem norwegischen Sänger damit damals Unrecht. Vielleicht haben aber auch einfach die Zeit und seine Erlebnisse dazu geführt, dass er mit seinem vierten Album "Unsongs" Realitätsbezug erkennen lässt.

Die Vorgeschichte beginnt in Israel: Ein dort geplantes Konzert ließ Moddi aus Prodest gegen die israelische Siedlungspolitik ausfallen. Daraufhin kontaktierte ihn die norwegische Sängerin Birgitte Grimstad. Der von ihr interpretierte Song "Eli Geva" war in Israel verboten worden. Eli Geva war ein israelischer Armee-Kommandeur, der sich 1982 während der Balagerung Beiruts aus moralischen Gründen weigerte, in die Stadt einzumarschieren. 

Und so ergab es sich, dass Moddi diesen und elf weitere Songs adoptierte und adaptierte, die irgendeiner Form verboten waren oder sind. Er gab ihnen durch die Übersetzung der Texte und / oder neue Melodien ein neues Gesicht und hoffentlich ein neues und breites Publikum. Und ein gutes Stück weit macht Moddi auch eigene Songs daraus.

Gerade das gefällt Intro.de offensichtlich nicht:
Protest wird hier als Programm abgespult, das gerechten Zorn vermitteln will, ohne sich die Mühe zu machen darauf hinzuweisen, dass ein Unterschied besteht zwischen Lynchjustiz im Süden der USA (»Strange Fruit«) und einem Anti-Kriegslied wie »Army Dreamers«. Außerdem singt Moddi all diese Songs mit so einer weinerlichen Stimme, dass nur noch opfermäßige Betroffenheit kommuniziert wird, obwohl es doch darum gehen sollte, Handlungsmacht zu formulieren. Zugute halten muss man Moddi aber, dass er mit diesem Album Liedern zu einer Öffentlichkeit verhilft, die ihnen in vielen Fällen verwehrt geblieben ist.
Bekannte Titel sind Pussy Riots "Punk prayer" und Kate Bushs "Army dreamer", welcher zu Zeiten des ersten Golf-Krieges von der BBC für "unpassend" gehalten wurde (auf dieser "Golf-Krieg Blacklist" stehen auch "I don't like Mondays" und "Killing me softly with his song"). Darüber hinaus fällt nicht auf, dass es sich um Cover-Versionen handelt. Mein Favoriten sind "June forth 1989", "A matter of habit", "Army dreamers", "The shaman an the thief" und "Eli Geva". 

Es lohnt sich, sich mit den einzelnen Titeln sowie deren Hintergründen zu befassen. Moddis Website und diese bieten dazu Informationen.

Intro.de:
Protest wird hier als Programm abgespult, das gerechten Zorn vermitteln will, ohne sich die Mühe zu machen darauf hinzuweisen, dass ein Unterschied besteht zwischen Lynchjustiz im Süden der USA (»Strange Fruit«) und einem Anti-Kriegslied wie »Army Dreamers«. Außerdem singt Moddi all diese Songs mit so einer weinerlichen Stimme, dass nur noch opfermäßige Betroffenheit kommuniziert wird, obwohl es doch darum gehen sollte, Handlungsmacht zu formulieren. Zugute halten muss man Moddi aber, dass er mit diesem Album Liedern zu einer Öffentlichkeit verhilft, die ihnen in vielen Fällen verwehrt geblieben ist.
Auch auf "Unsongs" klingt Moddi ab und zu naiv. Doch die Ernsthaftigkeit seines Projekts ist im anzumerken. Und seine Songs sind trotzdem schön und meine oben erwähnten Bedenken sind damit ausgeräumt. Trotz aller Streicher und Bläser bleibt Moddis Singer/Songwriter-Charme erhalten. Ich freue mich auf weitere Moddi-Alben und Konzerte.

"Punk prayer":



"A matter of habit":


Nachdem Moddi für dieses Projekt bis nach Mexiko und Vietnam gereist ist, zieht er Oktober mit seinen Songs im Gepäck auch durch Deutschland:
  • 06.10. Berlin
  • 07.10. Hamburg
  • 08.10. Darmstadt
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Donnerstag, 22. September 2016

Autoheart - I Can Build A Fire























Vor drei Jahren veröffentlichten Autoheart ihr Debütalbum "Punch", das mit "Agoraphobia" den Spitzenreiter der Kategorie "stärkste Songs des Jahres, von denen so gut wie niemand Notiz nahm" im Angebot hatte. Nun lässt sich der Nachfolger "I Can Build A Fire" über die Bandcamp-Seite des Trios käuflich erwerben, erneut leider nicht als LP.

Jody Gadsen (Gesang, Gitarre), Simon Neilson (Piano, Keyboards) und Barney JC (Gitarre, Bass) orientieren sich auf den 11 neuen Songs noch stärker am tanzbaren Synthie-Pop der goldenen 80er und beschreiben dies Augen zwinkernd so: "We were hoping for Giorgio Moroder meets John Carpenter but it’s probably more Erasure meets ABBA via Limahl’s The NeverEnding Story, which is basically the best song released during the ’80s."

Vielleicht hätte man als Referenzen auch Yazoo, Howard Jones, Thompson Twins oder Fleetwood Mac nennen können und würde damit eben so richtig liegen. Auffallend oft wird bei aktuellen Reviews die Stimme von Jody Gadsen herausgestellt, die unvoreingenommenen Hörern eine geschlechtliche Zuordnung nicht ganz leicht macht. So liest sich das dann bei Echoes And Dust:

"It wouldn’t be right to go any further in an Autoheart review without now bringing attention to Jody’s magnificent vocal style. Evoking Tracy Chapman, his voice is beguiling, almost genderless, but always compelling. If you’ve never heard Autoheart before, please take a moment to listen to any of their songs right now. Go on, this can wait. 

Have you done so? Good. 

I’m right, aren’t I? That voice is gorgeous."

Neben den Singles "Oxford Blood" und "Possibility" würde ich "Before You Came" und das abschließende "Joseph" empfehlen, das zunächst in drei unterschiedlichen Fassungen existierte, die dann für eine epische, fast 6-minütige Version miteinander verbunden wurden, und, wie einige andere Songs auch, in Zusammenarbeit mit der Berliner Singer/Songwriterin Anne Haight entstanden.




Lead single ‘Oxford Blood’ is a powerful electro-based song, led by Gadsden’s poetic vocal and the backing of Berlin based singer songwriter Anne Haight. “We need a lot of love to combat the evil – lying in a bathtub hoping for a miracle” runs the lyrical hook. It’s magical. Almost-title track ‘We Can Build A Fire’ in contrast pounds along to a rhythmical beat. The use of the metre and pace of the lyrics as a counterpoint to the music is one I have always loved, and ‘We Can Build A Fire’ uses this perfectly. “In my assassination there are constellations lighting up the sky above, the night is full of love” – the words themselves are less important in this song than the texture they create. Then there is the most gorgeous ballad you could wish to hear. Gadsden wrote ‘Before You Came’ for his boyfriend Matt, and sent it to him on Christmas Day. You can quite understand why this is his favourite track on the album. Here the lyrics mean everything. “On the day before you came – Every view I ever saw was never good enough, there was little in my life that I was proud of”. Beautiful stuff.
(Shining The Light)




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Mittwoch, 21. September 2016

Kishi Bashi - Sonderlust






















Ich hielt Kaoru Ishibashis Projekt Kishi Bashi mit "Bright whites" im Jahr 2012 für ein One Hit- bzw. mit "151a" für One album wonder. Zwei Jahre später folgte mit "Lighght" ein Schwenk in Richtung Electro und tanzbaren Rhythmen. Gespannt erwartete ich das dritte Album "Sonderlust". 

Dieses beginnt etwas beliebig, um jedoch spätestens mit "Can't let go, Juno" zu demonstrieren, dass Kishi Bashi der "Indiepop mit Streichern"-Nische entwachsen ist und nun zuckersüße Pop-Momente in überraschender Dichte hervorbringt. Es folgen drei mehr oder weniger verschrobene Titel, welche einerseits die Vielseitig der ehemaligen Of Montreal-Musikers zeigen aber andererseits auch etwas orientierungslos wirken können. Spätestens mit "Why don't you answer me" schlägt dann aber die Pop-Keule wieder unwiderstehlich zu. 

"Sonderlust" benötigte einige Durchläufe, doch dann entdeckte ich ständig neue Feinheiten. Mir fallen nicht viele Alben ein, die Pop und Kanten derart gut vereinen. Vor allem "Can't let go, Juno" und "Why don't you answer me" sollten jedem popaffinen Hörer einen leichten Einstieg verschaffen.

Intro.de:
Erlaubt ist erstmal alles. Es sollte nur bunt und vielschichtig sein und jede Menge Glitzer enthalten. »Sonderlust« hat dementsprechend unglaublich viel Glitzer. Wäre es ein Gebäude, könnte man es vom Weltall aus sehen, oder hören: Synthie-Pop, J-Pop, Barock-Pop – in jeder Faser steckt eine andere Referenz. Auf diese Cheesyness muss man natürlich stehen. Genauso wie auf die Violineneinlagen. 
Das Video zu "Hey big star":


"Can't let go, Juno":

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Dienstag, 20. September 2016

Lisa Hannigan - At Swim






















10 Fakten zum neuen Album von Lisa Hannigan:

1. Fast fünf Jahre gingen ins Land, bis Lisa Hannigan ein weiteres, ihr drittes Soloalbum nach der Trennung von Damien Rice veröffentlichte. "At Swim" steht seit dem 19. August in den Plattenläden.

2. Der Grund für diese lange Wartezeit liegt in einer Schreibblockade der 35-jährigen Irin begründet, die auch räumliche Veränderungen in Form von Umzügen von Dublin nach Paris, dann nach London und schließlich wieder zurück nach Dublin zunächst nicht beheben konnten.

3. Zwischenzeitlich steuerte sie zahlreiche Backing Vocals bei Aufnahmen anderer Künstler bei, etwa bei 4 Songs auf "Great Lakes", einem Album des Folk-Musikers John Smith, oder lieh einer Comicfigur im Film "Song Of The Sea" ihre Stimme, so dass sie gleich auf sechs Songs des dazugehörigen Soundtracks zu hören ist.




4. Erst eine Email und die sich daraus entwickelnde Zusammenarbeit mit Aaron Dessner von The National sorgten für erneuten kreativen Output. Man traf sich in Kopenhagen, später in Lismore Castle und Cork City und schickte Songideen über den großen Teich. Das Album wurde in Hudson (New York) und Dublin aufgenommen und Aaron Dessner fungierte, wie bereits zuvor bei Sharon Van Etten ("Tramp") oder den Local Natives ("Hummingbird"), als Produzent.

5. Kein Schnickschnack, keine Sammlerbox: "At Swim" gibt es als Download, CD oder LP, jeweils 11 Songs in 40 Minuten.

6. Lisa Hannigan wurde beim Texten vom irischen Dichter Seamus Heaney beeinflusst, dessen Gedicht "Anahorish" sich in einer A-Capella-Version auf dem Album befindet.

7. Wie der Vorgänger "Passenger" (2011) erreichte "At Swim" Platz 1 der irischen Charts, in England kam es auf den 24. Rang.

8. Mit "Prayer For The Dying", "Fall" und "Ora" veröffentlichte Lisa Hannigan im Vorfeld drei Singles aus dem Album.




9. Lisa Hannigan in der Plattenkritik: Metacritic errechnete für "Sea Sew" (2008) eine durchschnittliche Bewertung von 68/100 Punkten. "Passenger" (2011) kam auf 78/100 und wird nun von "At Swim" getoppt: 80/100.


Hannigan’s voice is sometimes unadorned, or with minimal (often just piano) backing; even singing ghostly harmonies with itself.
Watery themes predominate, from the lovely, adorational Undertow’s offer to “swim in your current, flow on every word you say” to the disarmingly beautiful Ora’s haunting invitation to join her at “home” in the vast blue waters. Several songs have a deep, troubling power: death and darkness haunt We, the Drowned and Prayer for the Dying, and gentle opener Fall casually suggests: “Hang the rich and spare the young.” These are stunningly pretty songs with quietly powerful undercurrents.
(The Guardian)


Hannigan rewards close attention, though. Lyrical phrases float up that demonstrate she is a writer of great care, with an eye for an arresting image. We, the Drowned is extraordinary. “We, the ashes/ We spent our life like matches/ And burned our ships as black as the end”. It is a song that gives voice to the lost and brokenhearted yet somehow manages to be uplifting. “We sing and sing and the flames go higher,” she croons as her voice spirals into the ether. At Swim is an album to drown in.
(The Telegraph)


At Swim is a low-key, dark piece of work on the overall, warmly hypnotic and welcoming in its well-layered, textured encampment of its own design in a sense not too dissimilar from the quietly chaotic, deeply personal worlds that Bon Iver and Gregory Alan Isakov have been able to develop in their music. With all of this said, however, it’s in a sense that relates most to the idea of Hannigan herself coming full-circle with her career in the opening moments of the album, wherein she accompanies herself with a simplistic, ominous strumming of her guitar on “Fall”. Her sweet yet foreboding vocals carry the song as it builds in its amount of layers, eventually culminating into a piece complete with moments of hushed, sweeping electric guitar, as well as moving strings on the tracks lower end.
(PopMatters)


10. Lisa Hannigan wird ihr neues Album auch live in Deutschland vorstellen. Dies sind die vier Termine:

01.11.16 Berlin, Admiralspalast Studio
02.11.16 Köln, Studio 672
14.11.16 Berlin, Admiralspalast
15.11.16 München, Theaterfabrik




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Montag, 19. September 2016

Beach Baby - No Mind No Money























Die Referenzmaschine funktioniert so ähnlich wie ein einarmiger Bandit. Der Hebel, der zum Start betätigt werden muss ist selbstverständlich der Arm des Plattenspielers. Anstatt der sich drehenden Walzen, die Symbole wie Kirschen, Herz oder Glocke anzeigen, zeigen diese Bilder von Bands und stoppen automatisch, wenn musikalische Ähnlichkeiten vorliegen. Wenn man viel Glück hat, führt dies zu einem Hauptgewinn, wenn die langsam austrudelnde Referenzmaschine bei drei besonders geschätzten Künstlern stehen bleibt. Selbstverständlich ist dies immer ein sehr subjektiver Vorgang und abhängig von dem, der die Maschine in Bewegung setzte.

Im Falle des britischen Quartetts Beach Baby ging der Pressetext mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass der Hörer am Ende Ariel Pink, Parquet Courts und Mac DeMarco angezeigt bekommen würde. Aber die Referenzmaschine reagiert eben individuell und da der Slacker-Rock mit New Wave und Post-Punk kombiniert wird, standen bei mir am Ende von "No Mind No Money" The Vaccines ("U R"), Super Furry Animals ("Sleeperhead", "Bug Eyed And Blonde") und Duran Duran ("Powderbaby").




Die Band möchte sich gerne als Indie-Band der Stunde positionieren, die Chancen stehen gar nicht schlecht, denn so viel starke Konkurrenz gibt es in England derzeit nicht. Die Hoffnungen liegen auf den zwei Singles „Limousine“ und „Lost Soul“, die bei den britischen Radiostationen bereits häufig gespielt werden.
Der Preis dafür ist ein toter Sound zwischen Kings Of Leon und Franz Ferdinand. Dass Beach Baby mehr können, zeigen die Songs hinter den Hits. Fast alle beginnen sie mit besagter Eiergitarre, was jederzeit ein Lächeln herbeizaubert. Danach driften sie in verschiedene Richtungen: „Sleeperhead“ ist Indie-Rock, „Hot Weather“ sommerlicher Power-Pop, „UR“ besitzt einen fröhlichen Wave-Twang.
Textlich geht es zwischen „Powderbabys“, „Smoke Won’t Get Me High“ und blonden Mädchen mit Käferaugen banal zu. Doch immer wieder überraschen Beach Baby mit smarten Refrains, selbst der finale Schwof „How Lucky You Are“ kriegt auf diese Art die Kurve. Als „gleichermaßen aufrichtig und verspielt“, will die Band ihre Musik verstanden wissen. Einverstanden und verstanden!
(musikexpress)




Aber wer schon auf Beach Babys vorab veröffentlichte Singles »Ladybird« und »No Mind No Money« gestoßen ist, wird sicher gespannt sein: Zwei hochwertige, kurzweilige Popsongs mit leichtem Retro-Touch, 1980er-Chorusgitarren und zuckrigen Keyboard-Melodien, die von einem soliden Rhythmusgerüst und zwei charismatischen Sängern eingerahmt werden. Nun bekommen sie adäquaten Nachschub.  
Denn dieses Debütalbum knüpft ziemlich nahtlos an die bereits bekannten Stücke an: elf Songs (natürlich inklusive der Singles), die keine Technikexkurse, intellektuellen Schlenker oder sonstigen Ballast mit sich rumschleppen, sondern melancholisch und im Sinne des ewigen Partystudenten dem perfekten Refrain hinterherjagen. Indie-Tanzmusik im Slipstream von Ariel Pink, TV On The Radio und Belle & Sebastian mit deutlich mehr Motoröl, der man sich nur mühsam entziehen kann.
(intro)




Beach Baby in Deutschland:

30.10.16 Köln, MTC
31.10.16 Berlin, Badehaus Szimpla
03.11.16 München, Unter Deck

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Sonntag, 18. September 2016

Nick Cave & The Bad Seeds - Skeleton tree






















Selbst für Nick Cave-Verhältnisse ist dieses Werk sehr düster und traurig geraten. Nick Cave & The Bad Seeds befanden sich im Endstadium der Aufnahmen zum Nachfolger des starken "Push the sky away", da verunglückte Caves Sohn. Nach einer kurzen Pause machte sich der in Brighton lebende Australier mit seinen Bandkollegen Warren Ellis wieder an die Arbeit. Synthesizer und Loops entwickelten sich zu den prägenden Elementen auf "Skeleton tree". Und noch über denen stehen natürlich Caves meist klagende Stimme und seine Lyrics, denen man in dem Kontext besondere Bedeutung beimisst.

In dieser Phase ließ sich Cave vom Regisseur Andrew Dominik über die Schulter schauen, der daraus die Dokumentation "One more time with feeling" machte.

Die Grundstimmung dieses 16. Albums der Band ist eindeutig. Die letzten beiden Titel brechen aus: "Distant sky" ist ein Duett mit der dänischen Sopranistin Else Torp und allein ihre Stimme sorgt schon für eine Aufhellung. Der abschließende Titelsong klingt nach einem verhältnismäßig positiven Ausblick.

Spex.de:
Skeleton Tree beheimatet keine großen, erhabenen Stücke für die Ewigkeit wie »Jubilee Street«. Das Album gibt aber einen ungeschönten Eindruck davon, wie ein Musiker sich selbst verliert und nur zögernd wiederfindet. [...] Nick Cave wollte das Mitleid seiner Umwelt nicht. Mit Skeleton Tree fordert er vielmehr die Empathie derer heraus, die ihren Helden als coolen Zyniker mit perfekter Frisur kennen. Im Moment ist Cave nicht mehr wütend, er ist verzweifelt. Mit den Worten »And it’s alright now« und einem milderen Titeltrack endet Skeleton Tree. Trauer kann den Blick schärfen, die Dinge klarer machen. Aber erst, nachdem man den schlimmsten Schmerz überwunden hat. Susie Bick und er hätten irgendwann beschlossen, einfach wieder glücklich zu sein, erzählt Cave. Wir sind guter Hoffnung.

Das Video zum Opener "Jesus alone":

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Samstag, 17. September 2016

Die Höchste Eisenbahn - Wer bringt mich jetzt zu den Anderen




















PVG: Du lobst ständig Teles „Wovon sollen wir leben“. Also müssen wir dringend über die andere Band von Francesco Wilking sprechen, oder?

Volker: Da über Tele, eine der besten deutschen Bands aller Zeiten, viel zu wenig gesprochen wurde, können wir ja versuchen, das ein wenig gut zu machen. Wobei wir da Moritz Krämer, dessen Solo-Album ich hier vor Jahren ja auch schon gelobt habe. Schon damals warst nur du nicht zu überzeugen.

PVG: Ja, es ist nicht leicht mit mir... Mit dem besten Tele Album wollen wir „Wer bringt mich jetzt zu den Anderen“ jetzt aber gar nicht messen, sondern mit der Vorgängerplatte „Schau in den Lauf Hase“. Also?

Volker: Puh, das ist eine ganz schwierige Frage, da ich von dem Vorgänger erst mal etwas enttäuscht war. Gerade vor ein paar Wochen beim Wiederhören habe ich aber gemerkt, dass das Album an vielen Stellen doch besser ist als gedacht. Und ein ganz ähnliches Gefühl beschleicht mich auch bei „Wer bringt mich...“, wobei das Album schon etwas schneller zündet. Und gerade im Mittelteil und gegen Ende, wo es mehr an Tele (sorry Moritz) erinnert, gefällt es mir schon ausgesprochen gut.

PVG: Louie, Kette, Timmy oder Lisbeth? Was ist denn dein aktueller Lieblingsprotagonist?

Volker: Eigentlich ist mir die ganze Gang lieb und teuer, aber nachdem "Mario" damals beim Bundesvision Gedöns - hier der Auftritt, der meines Erachtend sehr gut das geschmeidig Beschwingte der Musik von Tele gut rüberbringt -  gescheitert sind (in Ländern wie Frankreich oder Italien wären sie meines Erachtens Stars geworden), wäre jetzt vielleicht mal Timmy dran. 

PVG: Volker, du bist ja nicht nur Wilking-Anhänger, sondern auch Moritz Krämer-Fan. Auf wessen Gesang freust du dich denn bei Die Höchste Eisenbahn mehr? 

Volker: Das ist einer der kleinen negativen Punkte, die mich bis dato ein wenig stören, der Gesang wirkt auf mich etwas schlecht abgemischt, ein klein wenig verwaschen. Davon ab, mag ich aber tatsächlich beide Stimmen sehr gerne, weil beide sehr speziell sind (nicht so Allerweltkonsensstimmen), und jeweils eine sehr eigene Stimmung transportieren.

PVG: Und was sind die beiden besten „Wilking- bzw. Krämer-Songs“ auf dem Album?

Volker: Sorry, dafür muss ich das Album noch öfter hören. Momentan wechseln die Lieblingslieder noch ständig.

PVG: Nach der Supergroup mit Wilking und Krämer fehlt jetzt für dich nur noch die ultimative Band mit…

Volker: Fish und Marillion. Nein im Ernst, leider sind Supergroups doch in sehr sehr vielen Fällen kleiner als die Summe ihrer einzelnen Teile.

PVG: Bernd Bergemann sagt: „"Wer bringt mich jetzt zu den Anderen" hat keine Füller, keine Ausfälle, keine Vor-Skip-Nummern.“ Stimmt das?

Volker: Kann man definitiv so hören, das Album hat schon einen sehr angenehmen Flow ohne die ganz großen Ausreißer nach oben oder unten. Aber auch auf all den oben schon genannten Veröffentlichungen von Krämer und Wilking, war Skippen eigentlich nie ein Thema (ok, das Soloalbum von Francesco „Die Zukunft liegt im Schlaf“ hat mich damals nicht wirklich überzeugt, aber das unterschlagen wir hier mal).

PVG: Das gestern besprochene „Crab Apple, Wild Cherry And Slow“ von Tom Liwa erschien bei Grand Hotel van Cleef, „Wer bringt mich jetzt zu den Anderen“ über Tapete Records. Die deutschen Label könnten dir doch gut ein Schallplatten-Abo anbieten, oder?

Volker: Ich bin sehr froh, dass es mittlerweile ein paar deutsche Label gibt, die auch dem deutschrachigen Pop/Singer-Songwritertum ein Zuhause bieten. Der Gesamtkatalog von Tapete ist mir manchmal allerdings einen Tacken zu „entspannt“. So lange die aber alten Helden wie Lloyd Cole oder Stephen Duffy (The Lilac Time) immer mal wieder Zuflucht gewähren, soll mir das mehr als Recht sein.

PVG: Wir haben zusammen ein Tele Konzert besucht. Letztes Jahr habe ich dann ohne dich Die Höchste Eisenbahn gesehen (und es war tatsächlich sehr unterhaltsam). Wann und wo, schließlich bist du der Fan, holst du auf?

29.10.16 Rostock - Peter Weiss Haus
30.10.16 Bremen - Tower
31.10.16 Münster - Gleis 22
01.11.16 Frankfurt - Zoom
02.11.16 Köln - CBE
04.11.16 Hannover - Musikzentrum
05.11.16 Dresden - Beatpol
06.11.16 Leipzig - Täubchenthal
08.11.16 Osnabrück - Kleine Freiheit
09.11.16 Essen - Zeche Carl
10.11.16 Würzburg - Cafe Kairo
11.11.16 Magdeburg - Moritzhof
13.11.16 Berlin - Astra
15.11.16 Erlangen - E-Werk
16.11.16 Freiburg - Jazzhaus
17.11.16 Stuttgart - Wagenhallen
18.11.16 Schaffhausen - Tap Tab
19.11.16 Zürich - Bogen F (Viadukt)
21.11.16 München - Strom
22.11.16 Wien - Chelsea
23.11.16 Innsbruck - Die Bäckerei
24.11.16 Heidelberg - Halle02
25.11.16 Erfurt - Museumskeller
26.11.16 Hamburg - Uebel & Gefährlich
18.02.17 Köln - Gloria
19.02.17 Hamburg - Große Freiheit 36

Volker: Du warst auf einem Konzert von Die Höchste Eisenbahn? Ohne mich? Das kann nur auf einem Festival oder in deinem Wohnzimmer gewesen sein. Mal schauen, ob ich Frankfurt oder Köln schaffe. Du weißt ja: das Alter, die Kinder, der Stress.... Vielleicht schreiben Francesco und Moritz ja mal ein Lied über mich. 

PVG: In mein Wohnzimmer wärest du doch selbstverständlich eingeladen gewesen, hättest aber, wie in  bisher 7 von 8 Fällen wohl abgesagt. Es war letztes Jahr beim sehr zu empfehlenden (auch oder gerade für Eltern mit ihren Kindern) A Summer's Tale Festival.  
Und zum Abschluss werden wir noch investigativ: Im PVG-Headquarter munkelt man, dass dir deine Frau den Pullover vom Cover von „Schau in den Lauf Hase“ gestrickt hat, den du immer beim Hören von Die Höchste Eisenbahn trägst. Stimmt das wirklich?

Volker: (schweigt, vielleicht ein bisschen verlegen)




Die Stärken der Gruppe liegen in einem Gespür für schöne Melodien, einem sphärisch-zarten Sound, einem beiläufigen Fabulieren über Befindlichkeiten ohne plakatives Sloganeering und dazu dem schlaftrunken-schnoddrigen Gesang abwechselnd von Krämer und Wilking.
Ihr Sammelsurium an Liedern wabert nonchalant herum und schleicht sich geschmeidig ins Gemüt. Die Band beherrscht die Kunst der Zwischentöne. Viele Songs flimmern vor subtilem Weltschmerz: das Leben als Schwebezustand. Auch schön der charmante Titelsong: »Frag mich, ob wir uns wieder verlieren. Und sag’ nicht, auf jeden Fall«. Oder die Ballade »Nicht atmen«: »Wer gießt die Formen, die dir sagen, wie du sein musst«. Im letzten Drittel geht der Platte leider etwas der Atem aus. Schlagerlyrik wie »Unsere Liebe wird aufgehen wie eine Blume« schmälern den positiven Gesamteindruck aber nur ein wenig.
(intro)




Schon der Opener der neuen Die-Höchste-Eisenbahn-Platte hat einen derart angenehmen Schwung, dass das Album nur ein gutes werden kann. "Wir haben so lange nachgedacht, bis wir wütend waren" liefert ein kraftvolles Statement gegen Kopfwichserei, ohne dabei jemals laut zu werden. Der Wechselgesang der beiden Frontmänner – neben Wilking bekanntlich Moritz Krämer – harmoniert perfekt, die Musik erklimmt freudvoll höchste Höhen. So funktioniert Popmusik! Das vor Albumrelease ausgekoppelte "Lisbeth" gehört ganz Krämer: Eine Jugendliebe steht im Fokus des vierminütigen Schmachtfetzens, der dabei aber viel mehr aufs Pferdestehlen abzielt als auf "bis, dass der Tod Euch scheidet". Krumme Orgeln, Flöten, ein paar Synthies und Wilking, der sich zurückhält, bis die Action naht – fein, fein.
Der Titelsong hat weniger Zugkraft im Takt, lässt sich zurückfallen, um aus der Tiefe emporzustechen. Das Warten auf den oder die Richtige lässt bisweilen den Anschluss verlieren – so, oder so ähnlich, lautet die Message von "Wer bringt mich jetzt zu den Anderen?" Eine scheue Trompete, Geigen und ein Rap-Part (na ja, fast) verleihen dem Track seinen Charme. Ein bisschen ironisch lässt Wilking im hintergründig recht fixen "Gute Leute" anklingen, was er von Smalltalk hält. Nämlich ganz genau nichts. Einsamkeit hat nichts damit zu tun, wie viele Menschen Dich umgeben. Abermals poppig wird's in "Stern" trotz seiner sechsminütigen Länge oder auch in "Blume".
(Plattentests)

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Freitag, 16. September 2016

Sundown - Crab Apple, Wild Cherry & Slow




















PVG: Volker, jetzt besteht also doch noch Hoffnung, dass du ein beachteter Remixer wirst.

Volker: Wieso das?

PVG: Na, du und Oliver haben schließlich vor 32 Jahren euren berüchtigten, Sagen umwobenen, leider verschollenen, halbstündigen Remix von „Woodpeckers From Space“ angefertigt. Und Tom Liwa hat vor 38 Jahren gemeinsam mit Mike Krollmann angefangen Songs zu komponieren. Beide haben sich dann aus den Augen verloren, sind sich kürzlich wieder begegnet und haben über einen intensiven Mailverkehr Texte und Musik ausgetauscht, so dass ein komplettes Album entstanden ist.

Volker: Naja bei unserem Woodpeckers-Remix wäre wahrscheinlich außer "He he he he he" nicht viel Text auszutauschen gewesen. Wobei ich jetzt gerade mal parallel nachgeschaut habe, das war ja tiefgründiger als gedacht, und wie die aussahen. Prima.

PVG: Zurück zu Tom Liwa: Der LoFi-Charakter soll den Sound der früheren Uralt-Cassettenrekorder-Aufnahmen nachahmen. Zufrieden damit?

Volker: Er scheint zufrieden damit, ich mag es ja bekannterweise etwas opulenter. Das hätte aber zugegebenermaßen zu diesem Projekt nicht wirklich gepasst.

PVG: Überraschend für mich war: es wird englisch gesungen…

Volker: Ja, das ist bei Tom Liwa erst mal ungewohnt, wobei es mit den Flowerpornoes damals ja auch auf Englisch losging. Ich empfand es eigentlich ganz schön mal wieder an die Anfangstage erinnert zu werden.

PVG: Wenn du drei Songs auswählen müsstest, um mich von Sundown, so der Name des Projektes von Liwa und Krollmann, zu überzeugen, welche wären das? Und warum diese?

Volker: Direkt zu Beginn „Lanzarote“, wegen der typischen Liwa-Gitarre, „I'm Not Deep“ weil es fast ein kleiner Popsong ist und „Beware of The Storm“, im Vordergrund eines der eher erzählten als gesungenen Stücke, im Hintergrund eine schöne zweite Stimme. Erinnert mich ein bisschen an eins meiner Lieblingsalben „Ich Reite Ein Pferd Auf Dem Sonst Nur Frauen Reiten“.

PVG: „Für mich ist das Sundown-Album ein absoluter Höhepunkt meiner Karriere als Recording Artist“, sagt Tom Liwa. Für dich als Fan auch? Oder ist die Begeisterung eher einseitig, wie vermutlich bei eurem „Woodpeckers“-Remix?

Volker: Unser Remix hat damals das ganze Freibad unterhalten und die Menge hat getobt (nein, nicht vor Wut), aber davon abgesehen gebe ich offen und ehrlich zu, dass ich mir von Tom mal wieder ein Album wie „St. Amour“ oder oben genanntes „Ich reite...“ wünschen würde. Allerdings ist Tom ja nicht dazu da, mir Wünsche zu erfüllen, und so lange er mit seinen Projekten glücklich ist, sollte das wohl reichen.

PVG: Wenn du einen Song des Albums auf ein Mixtape nehmen dürftest, welcher wäre es und zwischen welchen beiden Liedern (anderer Künstler) würdest du ihn platzieren?

Volker: Ich denke, so aus dem Bauch raus würden da vielleicht Nick Drake und Tim Buckley ganz gut passen.

PVG: Als viel belesener Mensch ist dir natürlich der Verweis des Albumtitel sofort aufgefallen, oder?

Volker: Aber natürlich auf Anhieb. Der Album Titel stammt aus einem Kapitel des Klassikers „Der Wind in den Weiden“, welches "The Piper At The Gates Of Dawn" betitelt ist. Ob das Zufall ist?

PVG: Danke, Volker, jetzt wird es aber aller höchste Eisenbahn für deine nächste Plattenvorstellung… 

(Fortsetzung folgt)




Tom Liwa findet Inspiration in der Vergangenheit. Letztes Jahr setzte sich der Duisburger Troubadour auf dem brillanten Flowerpornoes-Album ´Umsonst und draußen´ mit den Idolen seiner Jugend auseinander und lud für die Tour seinen alten Gitarrenlehrer, Bröselmaschinist Willi Kissmer, ein, nun vollendet er gemeinsam mit Mike Krollmann ein Projekt, das die beiden als Teenager vor 38 Jahren begonnen hatten. Auch wenn Songs und Produktion neu sind: Dem spontanen Geist der kruden Lo-Fi-Aufnahmen, die sie in den 70ern fabrizierten, sind die beiden treu geblieben. Diese Psych-Pop-umspülten Momentaufnahmen mit englischen Texten sind für alle, denen Martin Newell und Dan Treacy noch etwas sagen, denn Sundown wissen, wo Syd Barrett lebt(e)!
(Westzeit)

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Donnerstag, 15. September 2016

Wilco - Schmilco

 




















Mich wundert, dass die Band Wilco in den mehr als 20 Jahren ihres Bestehens bereits neun Longplayer veröffentlichen konnte, ohne den offensichtlich perfekten Titel "Schmilco" zu nutzen. Statt dessen wählte man für eines der bekanntesten Werke der Band "Yankee Hotel Foxtrot", beim siebten Album musste der Bandname herhalten und bei der überraschenden Veröffentlichung neuer Songs im letzten Jahr wählte man "Star Wars". Ich hoffe einige unbedarfte Soundtrack-Fans griffen daneben und erfreuten sich an der Überraschung.  

Mit "Schmilco" spielt die Band um Jeff Tweedy auf Harry Nilssons "Nilsson Schmilsson" an. Der kostete den Gag anschließend noch mit "Son of Schmilsson" und "A little touch of Smilsson in the night" aus. Ich unterstelle Wilco genug Kreativität, um ihm auf diesem Pfad nicht folgen zu müssen. Kreativität und vor allem Humor beweist Wilco auch mit einigen ihrer Plattencover. An das Kamel auf "Wilco" werden sich einige Leser erinnern und die "Star Wars"-Katze wird auch den ein oder anderen Fan gefunden haben. 

Während mich einige hochgelobte Wilco-Alben in der Vergangenheit weitgehend unberührt ließen, gefiel mir das rockige "Star Wars" ausnehmend gut. Auf "Schmilco" packen mich "Locator" und "Someone to lose" mit ihren Gitarren, aber auch "Cry all day", "Quarters" und das verschrobene "Common sense" können punkten. In meiner Wahrnehmung klingt die Band ironischer als früher und das tut ihr gut. Da kann ich auch die zusätzliche Portion Americana/Folk im Vergleich zu "Star Wars" gut ertragen. "Schmilco" klingt souverän gelassen und passt gut zum noch sommerlichen September.

Der Rolling Stone ist begeistert und greift zur Höchstwertung:
Mehr als die Hälfte der zwölf Songs sind nicht mal drei Minuten lang, und doch ist dies ein ganz anderes Tierchen als das ähnlich knapp bemessene „Star Wars“, es widmet sich nicht der kalten Mathematik des Indierock, sondern dem Sentiment des Country und der Sprödigkeit des Folk und ist dabei ungeachtet des Titels von dunklem Gemüte.

"If I ever was a child" ohne Video aber mit Cover-Ansicht:


Wilco live in Deutschland (z. T auf Festivals):
  • 29.10. Düsseldorf
  • 30.10. Stuttgart
  • 05.11. Weissenhäuser Strand
  • 07.11. Berlin
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Mittwoch, 14. September 2016

King Creosote - Astronaut Meets Applemen
























King Creosote (II)

Vor zwei Jahren veröffentlichten der schottische Singer/Songwriter King Creosote das Album "From Scotland With Love", das für seine bisher größten Erfolge in den Charts sorgte (UK #21) und bei Platten vor Gericht auf dem 2. Platz in der Jahresendabrechnung landete.

Aktuell steht Kenny Anderson mit seinem neuen, Anfang September veröffentlichten Album in den Plattenläden. "Astronaut Meets Applemen" wurde in Irland, auf der Isle of Mull und im Glasgower Chem19 Studio aufgenommen. Die Delgados-Verbindungen wurden also, wie beim gestern vorgestellten "The Bound Of The Red Deer", erneut benutzt, denn Paul Savage, dem dieses Studio gehört, produzierte gemeinsam mit King Creosote die Platte. Für die Aufnahmen fanden sich auch zahlreiche Musiker ein (Catriona McKay, Mairearad Green, Gordon Maclean, Hannah Fisher, Sorren Maclean und Pete Harvey), die an Harfe, Geige, Cello sowie Dudelsack und mit weiblichem Gesang für einen mannigfaltigen Klang, der ein wenig in richtung keltischer Folklore tendiert, sorgten. Vom Opener "You Just Want", einem über 7-minütigen Drone-Folk-Song, bis hin zum abschließenden Schlaflied "Rules Of Engagement", kann "Astronaut Meets Applemen" erneut voll überzeugen und zeigt King Creosote auch in ungewöhnlich flotter und poppiger Verfassung ("Love Life"). Nur das Baby-Gebrabbel seiner Tochter Louie Wren auf dem 2-minütigem "Peter Rabbit Tea" hätte sich Kenny Anderson vielleicht sparen können.


The exquisite opening track ‘You Just Want’ explores this conflict by combining digital and analogue approaches to recording, with the song ultimately finding a sonic harmony somewhere between the two. The first part was recorded analogue after just one or two takes, reminiscent of Creosote’s early days in a stripped-back, busker-style bluegrass band where performances were rarely planned. Ultimately looking for something longer, however, KC opts to loop the middle of the track using digital methods. Described as a seven-minute piece of hymnal drone-pop, it eventually marries the old and the new flawlessly, but the song’s dark, hymn-like tones alludes to the complexities of doing so.

‘Betelgeuse’, probably the album’s standout track, is made in a similar vein: recorded part live in the studio, part via mobile phone, digital and analogue methods drive the song musically in tandem. “My ship has set course for the space in between”, he sings, again seemingly yearning for a medium that strides two worlds: on this stargazing track in particular, the reflective tone reveals a more philosophical side to King Creosote as he approaches his half-century. “The whole theme of the album is harking back to better days. I’m thinking have I done the right thing, have I made the right choices? I’m going to hit 50 and it’s a milestone and all these questions are in there.”
(The Quietus)




It’s a classic KC album. His Scottish brogue, the bagpipes, accordion and harp all reappear for his now expected impish magic. From seven-minute busking-style bluegrass openers to his daughter’s debut vocal, the experimentation won’t be for everyone and does lack the coherence found in the From Scotland project, but after dozens of albums, King Creosote is still finding ways to push himself and is totally justified purely for the creativity of the finished work. 
(The Line Of Best Fit)


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Dienstag, 13. September 2016

King Creosote + Michael Johnston - The Bound Of The Red Deer























King Creosote (I)

Vor fünf Jahren veröffentlichten der schottische Singer/Songwriter King Creosote und der englische Electronica-Künstler Jon Hopkins das gemeinsame Album "Diamond Mine", das für den Mercury Prize nomminiert war und bei vielen englischen Publikationen in den Jahresbestenlisten auftauchte (The Skinny #5, The Guardian #13, Mojo #14, Uncut #28).

Aktuell steht Kenny Anderson, aka King Creosote, mit einem Album, das mit einem anderen musikalischen Partner, nämlich Michael Johnston von den kanadischen Folk-Rockern Skydiggers, entstand, in den Plattenläden. "The Bound Of The Red Deer" entstand im Verlauf mehrerer Jahre, denn Anderson und Johnston lernten sich 2006 kennen und musizierten bereits zwischenzeitlich zusammen in einer Band namens The Burns Unit, die 2010 ein Album veröffentlichte und sich zwei Jahre später auflöste. Der Kontakt zwischen den beiden Musikern brach jedoch nicht ab und so wurden in Toronto mit dem Produzenten Chris Stringer (Timber Timbre) und musikalischen Gästen, wie etwa Emma Pollock (The Delgados) und Gurf Morlix (Lucinda Williams unter einem Pseudonym), ein gemeinsames Album aufgenommen. "The Bound Of The Red Deer" bietet zehn sanfte Folkpop-Songs zum zarten Gesang von King Creosote und Michael Johnston sowie dezenter musikalischer Untermalung von Piano, Orgel, Bass, Percussion, Vibrafon, Melodica und akustischer Gitarre.  


Many of the songs feature cyclical chord changes that give them a meditative feel, and a sense of never-ending bloom and morphing.  Round & Round is what we call “an ear worm” because it crawls in and refuses to leave.  The melody is timeless, and lends itself to rich counterpoint.

Billows Roll is deeply haunting, with Anderson’s voice sending a chill down my spine each time I hear it.  Supermoon is a touching love song, while Since We’ve Fallen Out is a sad tale of love lost.

Will You Wait for Me features slide guitar and harmony vocals credited to Gurf Morlix (rumoured to be Lucinda Williams).

Other highlights include When I Was a Thief, Helpless to Turn, All of This is Writing, and Hangdog. (...)

The Bound of the Red Deer is a record that will haunt you, inspire you and bring you joy.  Although the term has not been used in a long while, I would consider this album “essential listening.”  
(The Belleville Intelligencer)


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Sonntag, 11. September 2016

Teenage Fanclub - Here























Das Überraschendste am neuen Teenage Fanclub Album ist, dass es äußert überraschungsarm geraten ist. Wenn die Herren in harmonischem West Cost-Pop schwelgen, wünscht man sich hier und da die lärmigen Gitarren der Anfangstage oder kleinere Klang-Experimente, wie auf "Songs From Northern Britain" ausprobiert, herbei. Auch schafft es leider keiner der der 12 Songs, sich in die Top 20 meiner Lieblingssongs von Teenage Fanclub zu mogeln. 

Ist "Here" also ein enttäuschendes oder gar schlechtes Album? Auf keinen Fall! Schließlich hören wir nach sechs Jahren Funkstille endlich wieder neue Songs der großartigen Teenage Fanclub und in ihrer Gesamtheit sind sie die besten, die die Schotten in diesem Jahrtausend veröffentlicht haben. "I'm In Love" ist ein toller Power-Pop-Opener, in Songs wie "Hold On" kann man sich hinein fallen lassen wie in ein sanftes Federbett, "The Darkest Part Of The Night" dürfte Nick Hornby gefallen, der vor Jahren "Your Love Is The Place That I Come From" für sein "31 Songs" Buch auswählte und "Live In The Moment" schielt zumindest nach meinen persönlichen Top 20.

So, jetzt mal wieder neue Songs komponieren, damit wir nicht wieder so lang warten müssen. Das muss bei drei Songwritern, nämlich Norman Blake, Gerard Love und Raymond McGinley, die sich die Albenbeiträge gleichberechtigt aufteilen, doch viel schneller gehen. Und eine durch Deutschland führende Tournee wäre auch nicht ohne.
   



Im Video zur Single „I’m In Love“ sieht man die drei Ober-Fannies Norman Blake, Raymond McGinley und Gerard Love, wie sie am Strand Fußball spielen und gemeinsam musizieren. Man denkt sich: „Ja, so möchte ich alt werden.“ Graue Schläfen, schütteres Haupthaar – aber Style und Haltung, alles noch da. Der Song ist auch toll, eine typische Norman-Blake-Komposition, eingängig, hymnisch, nostalgisch. Wie immer haben alle drei Gründungsmitglieder Songs beigesteuert, Fanclub-Fans wissen schon nach drei Takten, welcher von wem kommt. McGinleys Songs sind vertrackt und spröde, Love schreibt die sanften Traumnummern, Blake die Hits.

Das ist eine wunderbare, aber auch ziemlich souveräne Angelegenheit, aber es gibt auf HERE Momente, in denen der Teenage Fanclub den Himmel berührt. Der Norman-Blake-Song „Live In The Moment“ hätte einen Platz auf dem auf ewig verzücken den FOREVER CHANGES von Love verdient gehabt, „It’s A Sign“ und „The First Sight“ flirten mit Soft-Pop, dann dreht die Band die Verstärker etwas weiter auf. 
(musikexpress)


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Samstag, 10. September 2016

Bastille - Wild World























10 Fakten zum neuen Album von Bastille:

1. 42 Monate ließen Bastille seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums "Bad Blood" verstreichen. 

2. Viel Zeit, in der auch viele neue Songs komponiert werden konnten: "Wild World" bietet deren 14 und läuft 49 Minuten. Fans haben die Wahl zwischen der regulären CD, der Deluxe Edition CD und der Doppel-LP im Aufklapp-Cover mit 16-seitigem Booklet.

3. Die Deluxe Version lohnt sich, da mit "Way Beyond", "Oil On Canvas", "Campus", "Shame" und "The Anchor" gleich fünf weitere Songs im Angebot sind. In den USA gibt es bei Target eine weitere Version, die zusätzlich "Final Hour" und "Send Them Off!" in einer alternativen Version (Bunker Sessions) beinhaltet.

4. Das ultimative Fan-Paket stellt jedoch die Limited Edition Collectors Edition dar: neben den Deluxe CD- und LP-Versionen gibt es für 90,- € noch eine DVD, Postkarten, zwei Gitarren Plektren, einen handschriftlichen Text und das Plattencover als Poster. 

5. Wie der Vorgänger "Bad Blood" wurde auch "Wild World" im kleinen Londoner Kellerstudio von Sänger und Songwriter Dan Smith aufgenommen. Das "Never change a winning Team"-Motto schloss auch den Produzenten, Mark Crew, mit ein. Neu sind jedoch die Filmzitate, die in Form von Samples in die Songs eingebaut wurden. 

6. Nicht auf dem Album enthalten ist "Overload", eine Coverversion von den Sugababes, die nur auf dem Soundtrack zu "Kill Your Friends" zu finden ist. Auch "Hangin'", das im Spiel "FIFA 16" zu hören ist, hat es auf keine Version von "Wild World" geschafft.

7. Als erste Single wurde "Good Grief" ausgewählt, das mit einem 13. Platz im Vereinigten Königreich den großen Erfolg der Nummer 2-Singles "Pompeii" und "Of The Night" nicht wiederholen konnte. In Deutschland kam der Song auf Platz 58.




8. "Fake It" und "Send Them Off!" werden wohl die beiden folgenden Singles sein. 

9. "Wild World" in der Plattenkritik: Metacritic registriert derzeit 7 Kritiken und errechnet den Bewertungsdurchschnitt mit 77/100. Der Vorgänger "Bad Blood" kam nur auf 58/100.


There are pop culture references littered throughout, too. ‘Four Walls (The Ballad Of Perry Smith)’ is inspired by one of the subjects of Truman Capote’s 1966 true-crime bestseller In Cold Blood. ‘Send Them Off’ and ‘Good Grief’ scrape quotes from cult ’70s and ’80s sci-fi films, with Smith’s storytelling on the former drawing from sources as far and wide as The Exorcist and Othello.

Reflective ballads flow into ’90s-vibes dance tracks and back around again, and the album features strings, horns, keys and the introduction of guitars – a new thing “simply because I couldn’t play guitar before”, says Smith. What unites it all is a belt-it-out chorus on every single track.

Sure, Bastille are a bit like that dude at school who flits between social groups. He likes a bit of hip-hop, a few indie tunes, and badgers the DJ for ’90s R&B when he’s p*ssed. But you know what, that guy’s mates with everyone and more fun to hang out with than the surly cool kid in the corner. As such, ‘Wild World’ is a triumphant pop record: unflinching in its ability to rouse listeners and unapologetic in its quest for a Number One.
(NME)


Opener ‘Good Grief’ sets the tone brilliantly, its pomp and grandeur juxtaposed perfectly with Dan Smith’s dark-tinged tale of coping with life after death. ‘The Currents’ is a poignant declaration of our political climate and disbelief at the world we live in (“Oh my god, I can’t quite believe my ears”) while ‘Warmth’ counts the places we seek comfort, when the everyday horrors of modern life seem to creep too close.

Musically, the band sound bolder and more ambitious, yet their core songwriting talents remain at the heart of each song. While ‘Power’ begins with an infectious groove, it explodes into life with guitar riffs before ‘Two Evils’, a stark but gorgeous number, which brings a real cinematic feel to the midpoint of the record. It’s a brave move, but one that more than pays off.

After the tremendous success of debut ‘Bad Blood’, it’s getting harder to deny that Bastille are anything but stadium-bothering pop superstars. But with this second album, they’re still offering an exciting, engaging alternative to pure chart pop, and they do it so bloody well.
(DIY)


10. Bastile stellen "Wild World" auch live in Deutschland vor. Hier sind die Termine:

17.11.16 Hamburg, Sporthalle
25.11.16 Berlin, Max Schmeling Halle
28.11.16 München, Zenith
29.11.16 Düsseldorf, Mitsubishi Electric Hall


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Freitag, 9. September 2016

James Vincent McMorrow - We move























Mit "Post tropical" hat James Vincent McMorrow vor zwei Jahren sicher nicht nur mich überrascht. Da wurde aus einem irischen Singer/Songwriter/Folk-Singer ein Soul/R'n'B-Interpret. Den Weg setzt er nun auf seinem dritten Album "We move" konsequent fort. Nach "Singer/Songwriter" wie auf dem Debüt "Early in the morning" klingt das kaum noch, die Indiepop-Momente von "Post tropical" sind ebenfalls verschwunden. Für seinen Mut bewundere ich den Musiker, auch die "Flucht" aus der doch eng besetzten Singer/Songwriter-Nische kann ich nachvollziehen. Er scheint sich mit seinem R'n'B-Entwurf so wohl zu fühlen, dass er in dieser Form auch sehr persönliche Inhalte offenbart. Offenbar hatte er als Teenager mentale und daraus resultierend auch körperliche Probleme und an diesen lässt er seine Hörer teilhaben. 

Schon die Auswahl der Produzenten macht klar, dass McMorrow nicht zufällig bei R'n'B gelandet ist. Nineteen85 und Frank Dukes haben u. a. für Drake, Nicki Minaj, Eminem und BadBadNotGood gearbeitet. Mit seiner Falsett-Stimme über sanften elektronischen Beats liefert er eine stimmige aber nicht wirklich spannende Kombination ab. Überzeugen oder gar begeistern kann mich "We move" nicht, aber zumindest in McMorrows Heimat reichte es für Platz 1 der Charts.

Und so wird man auch zum Lieferanten des "Lieblingstonträgers" in der Huffington Post:
Mit all seiner Samtheit passt We Move also wirklich bestens zum Wandel von Sommer auf Herbst. Es ist ebenso bei seichtem Sonnenschein, wie bei hoffnungslosem Regenschauer zu genießen. Wobei letzteres sogar noch besser passen würde. Denn James Vincent McMorrows neues Album ist zum Sinnieren da.
Pitchfork.com:
We Move is the album McMorrow has always dreamed of making—the one he tried to make with Post Tropical: an elegant, hip hop-indebted record with a folk nucleus that still hangs on every utterance, that advances on his tasteful croons. (McMorrow, a noted fan of rap, has always wanted to transmit that spirit in his tunes but lacked the direction; earlier this year, he said the original version of Early in the Morning had all electronic drums that were created on a Korg Triton—a favorite tool of rap producers like the Neptunes—before he panicked and changed it.) The songs on We Move marry his acoustic ideas with hip-hop/R&B sentiment and programming, blending the two into something new and fluid.

Die empfehlenswerten Songs auf "We move" sind "Rising water", "One thousand times", "Get low", "Seek another" und die ruhige Schlussnummer "Lost angles".

Das Video zum Opener "Rising water":


"Evil":


James Vincent McMorrow live:
  • 24.10. Berlin
  • 26.10. Hamburg
  • 27.10. Düsseldorf
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